Kienbaum: Leichtathlet Jannis Wolff: „Das war ein gelungener Zehnkampf“

Kienbaum: Leichtathlet Jannis Wolff: „Das war ein gelungener Zehnkampf“

Bis drei Tage vor den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften war der Start von Jannis Wolff unsicher. „Ich kann laufen“, hat er zu dem Zeitpunkt festgestellt. Verletzungen haben seine Saison 2017 geprägt. Am Ende hat sich die Reise nach Kienbaum für den Athleten der ATG aber gelohnt. Mit 6904 Punkten landete Wolff auf Platz fünf in der U 20. „Das habe ich nicht erwartet nach der Saison, das war ein gelungener Zehnkampf“, sagt Wolff.

Die Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften kranken seit jeher an dem Problem, dass die besten deutschen Vielseitigkeitsathleten in der Hauptklasse der Männer und Frauen nicht am Start sind. Das liegt vor allem am Termin im August, meist kurz nach dem internationalen Saisonhöhepunkt, in diesem Jahr sogar parallel zur WM in London und dem dortigen Zehnkampf. So ging der Siebenkampf-Titel bei den Frauen mit exakt 6000 Punkten an die Leverkusenerin Mareike Arndt, bei den Männern siegte Felix Hepperle (LG Neckar-Enz) mit 7328 Zählern.

ATG-Zehnkämpfer Nico Beckers, der beim Meeting in Ratingen Ende Juni auf 7487 Punkte gekommen war, musste wegen der Fußverletzung, die er sich beim Thorpe-Cup zugezogen hat, auf einen DM-Start verzichten.

Keine optimale Vorbereitung

In der Jugendklasse U 20 sieht die Situation besser aus. In Kienbaum fehlten mit den beiden Mainzern Niklas Kaul und Manuel Wagner sowie Maximilian Vollmer (SSV Ulm 1846) die Teilnehmer der U 20-EM. „Alles andere war da“, so Trainerin und Mutter Christiane Wolff. „Die U 20 war stark.“

Die Vorbereitung von Jannis Wolff verlief alles andere als optimal. Früh in der Saison bremste ihn eine Schienbein-Verletzung aus, dann machte das Knie Probleme. „Die Probleme sind immer noch da, aber weitgehend im Griff“, sagt der angehende Psychologie-Student. Darunter habe das Sprint- und Sprungtraining gelitten. „Wir haben das Training auf die Wurfdisziplinen fokussiert.“

Das spiegelte sich weitgehend in den Einzelleistungen wider. So gelangen ihm in Kienbaum mit der Kugel (12,30) und dem Diskus (35,64) persönliche Bestleistungen. Die Ergebnisse über 100 Meter (11,73), 110 Meter Hürden (15,39) und 400 Meter (52,15) waren hingegen eher bescheiden. „Die 400 Meter haben mich viele Punkte gekostet“, ärgerte sich Wolff über die Stadionrunde zum Abschluss des ersten Tages, an dem die äußeren Bedingungen mit niedrigen Temperaturen und Gegenwind auf der Zielgeraden schwierig waren.

Trotz des reduzierten Trainings liefen der Weitsprung mit 6,46 Metern und der Stabhochsprung mit 4,60 Metern erstaunlich gut. Beides persönliche Bestleistung, letzteres zudem Kreisrekord. 1,86 Meter im Hochsprung, 50,79 Meter mit dem Speer und 4:33,92 Minuten über die abschließenden 1500 Meter komplettierten Wolffs Zehnkampf, in dem er in der Summe auf 6904 Punkte kam. Auch das ist, passend zum Saisonhöhepunkt, persönliche Bestleistung.

Jetzt plant er noch den ein oder anderen Stabhochsprung-Wettbewerb, um den eigenen Kreisrekord in seinem letzten Jahr in der Jugendklasse noch ein wenig nach oben zu schieben. „Da geht noch deutlich mehr“, ist Jannis Wolff überzeugt. Er will es seine Nachfolgern ja nicht zu einfach machen, seine Bestleistung zu knacken.