Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf bei DM erfolgreich

Tanzen : „Loveletters“ flashen das Publikum

Die Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf tanzt als Aufsteiger bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig auf den guten fünften Platz.

Die entscheidenden Minuten erlebte Torben Bölk im Hotel. Gleich nach dem Durchgang – die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/Boston-Club Düsseldorf war als Dritte in die Vorrunde gestartet – waren Tänzer und Trainer zurückgefahren und warteten auf den erlösenden Anruf aus der Braunschweiger Volkswagenhalle. Würde der Erstliga-Rückkehrer bei den Deutschen Meisterschaften in die Zwischenrunde kommen? „Als die SMS ,ihr seid weiter’ kam, musste ich erst anrufen und fragen, wie ist das gemeint“, gestand der sonst nicht auf den Kopf gefallene FG-Coach lachend. Zu groß war die Anspannung gewesen, die sich in lautem Jubel löste. „Unglaublich, ich habe noch nie gesehen, wie sich ein Pulk so kollektiv freuen kann“, war die neue Co-Trainerin Sandra Caspers beeindruckt. Aachen zog als Aufsteiger in die Zwischenrunde ein und durfte sich mit 27,541 Punkten als DM-Fünfter feiern lassen.

„Ich bin sehr stolz auf mein Team“, strahlte Bölk auch wenn man das Finale knapp verpasste: „Wir haben eine sehr schöne Steigerung in der Zwischenrunde gezeigt. Darauf können wir in der Bundesliga aufbauen, wollen dann nach vorne angreifen.“ Schon nach der Stellprobe am Freitagabend, bei der das Team das fremde Parkett kennenlernt und die Richter prüfen, ob Choreographie und Kleidung den Wettkampfregeln entsprechen, hatten die Tänzer einen soliden Durchgang gezeigt „Wir sind auf den Punkt fit“, hatte sich Bölk überzeugt gezeigt.

Solide war auch die Vorrunde, in der man dem Team aber deutlich die Anspannung anmerkte. „Da habe ich buchstäblich einige wacklige Knie gesehen“, so Bölk. Der Druck war groß, denn allzu oft ist für die beiden Aufsteiger bei der DM schon in der Vorrunde Schluss. Einmal auf dem Parkett legten die Aachener zunehmend ihre Nervosität ab, zumal schon das Publikum im Einmarsch bei der spektakulären Hebefigur begeistert klatschte.

Die zwölffache Pirouette gleich zu Beginn des Wertungsteils klappte vorzüglich – dann lief es. Ein kleiner Patzer im „Wind“, ein Ausrutscher vor der Todesspirale, bei der der Herr seine Dame mit purer Willenskraft doch noch in die richtige Position drehte – ansonsten alles aus einem Guss. Begeisterten Beifall gab es auch für das schwere Roundabout – die „Loveletters“ hatten das Publikum geflasht.

Die Unsicherheit war in der Zwischenrunde wie weggeblasen. Aachen zeigte einen guten Durchgang – mit Luft nach oben. Und hatte Glück, dass Pia Pokorny eisern die Nerven behielt: Die Fronttänzerin war mit beiden Füßen in ihrem Kleid hängengeblieben. „Ich habe es versucht, bekam die Füße aber nicht mehr auseinander““, sagte die Aachener Teamkapitänin, die sich von ihrem Partner Erik Soeterboek nicht in den Wind, die Pirouette um den Herrn herum, drehen lassen konnte.

„Die Zwischenrunde war schon viel geschlossener. Das hat das Team souverän gemacht. Schade ist der Patzer im Wind, aber toll wie Pia reagiert hat. Ansonsten war es ein guter Durchgang“, so Bölk erleichtert.

Der Grün-Gold-Club Bremen (34,25) machte das Dutzend voll, wurde mit „This is me“ zum zwölften Mal in Folge Deutscher Meister – verdient, auch wenn das Publikum mit Pfiffen und Buh-Rufen reagierte und das 1. TSZ Velbert (33,46) mit dem schnellen „One World“ auf Platz eins sehen wollte. Tänzerisch und technisch kamen die Velberter aber nicht an Bremen heran. Platz drei ging an BW Buchholz (30,42).

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