Aachen: „Ladies“: Trainerin rechnet sich auch Chancen gegen Stuttgart aus

Aachen : „Ladies“: Trainerin rechnet sich auch Chancen gegen Stuttgart aus

Nach dem zwölften Spieltag der Volleyball-Bundesliga liegen die „Ladies in Black“ auf dem vierten Tabellenplatz. Am Wochenende kassierten die Aachenerinnen eine derbe 0:3-Niederlage in Vilsbiburg. Am Mittwoch (19.30 Uhr) gastiert der Tabellendritte Stuttgart in der Halle an der Neuköllner Straße, am Samstag folgt der amtierende Meister und Tabellenzweite Schwerin.

Vor den beiden schweren Begegnungen sprach Roman Sobierajski mit Aachens Trainerin Saskia van Hintum.

Ein mühsamer Sieg in Potsdam, dann, wie sie selbst meinten, ein rabenschwarzer Tag bei den Roten Raben Vilsbiburg. Hat Ihre Mannschaft Probleme mit dem Start in die Rückrunde?

Saskia van Hintum: Der Start in die zweite Hälfte ist wie ein kleiner Neuanfang. Wir hatten einen guten Saisonauftakt und müssen jetzt versuchen, wieder an unsere Leistung anzuknüpfen. Vierter zu sein, ist Fluch und Segen zugleich. Die Teams, die hinter uns stehen, haben den unbedingten Ehrgeiz, uns zu schlagen, weil wir oben dran sind. Andererseits haben wir gegen die Topteams nichts zu verlieren. Wir können gegen Stuttgart und Schwerin eigentlich nur gewinnen. Natürlich wollen wir uns unsere gute Ausgangslage für die Play-offs bewahren.

Bereits beim knappen Sieg in Potsdam hatte das Team Probleme. Gibt es dafür eine Erklärung?

van Hintum: Wir sind immer noch eine junge, unerfahrene Mannschaft. Das darf man nicht vergessen. Natürlich können wir gut spielen, aber dafür müssen alle gut drauf sein. Wir dürfen keine Sekunde locker lassen.

Aber die Mannschaft hat mit Libera Kirsten Knip, Kapitänin McKenzie Adams und Mittelblockerin Jeanine Stoeten doch auch ein sehr erfahrenes Gerüst?

van Hintum: Das stimmt, aber das reicht nicht aus. Auch die jüngeren Spielerinnen müssen lernen, sich zu entwickeln. Das gehört auch zu meinen Aufgaben, ihnen das zu vermitteln. Dafür müssen alle jeden Tag hart an sich arbeiten.

Gegen Vislbiburg gelang nichts über die Diagonalangreiferinnen, über Außen nur wenig. Kann es sein, dass die gegnerischen Teams das Aachener Spiel lesen können?

van Hintum: Wir haben in Vilsbiburg in der Annahme stark unter Druck gestanden. Damit ist es auch schwerer für unsere Zuspielerin Britt Bongaerts, unser Angriffsspiel zu gestalten, der Gegner kann sich also besser darauf einstellen. Wie gesagt, um gegen Mannschaften wie Vilsbiburg zu punkten, müssen alle ihr Bestes zeigen, und ich habe eben nur elf Spielerinnen, die ich reinwerfen kann.

Schaut man als Trainer vor der Saison den Spielplan durch und denkt, gegen Team x kann man punkten und gegen Team y ist man chancenlos?

van Hintum: So denke ich nie. Ob wir jetzt in ein paar Wochen gegen Suhl spielen oder am Mittwoch gegen Stuttgart: Ich bereite die Mannschaft immer gleich vor, mache die gleiche Videoarbeit, die gleiche Taktikanalyse. Am letzten Spieltag hat Suhl den Stuttgarterinnen den ersten Satz abgenommen und auch im zweiten in Führung gelegen. Es ist also einiges möglich. Würde ich denken, da ist ohnehin nichts zu holen, könnten wir auch direkt zu Hause bleiben und bräuchten nicht anzutreten.

Die drei großen Teams sind sieben Punkte davongezogen. Dann kommen Aachen, Münster und Wiesbaden auf Augenhöhe. Sehen Sie die Partien gegen diese beiden Teams als Knackpunkte der Saison?

van Hintum: Die Plätze vier und fünf sind die guten Ausgangspositionen für die Play-offs, die natürlich auch hart umkämpft sind, denn diese beiden Teams treten gegeneinander an. Wir wollen auf keinen Fall wie im letzten Jahr im Viertelfinale direkt wieder auf die Nummer eins treffen. Das würde es uns natürlich erleichtern, in die nächste Runde zu kommen.

Viele bezeichnen die „Ladies“ als die Überraschungsmannschaft der Saison. Wie ist ihre Einschätzung?

van Hintum: Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir Sechster werden wollen, um eine bessere Ausgangslage für die Play-offs zu haben. Jetzt sind wir Vierter, das heißt also, dass wir einiges richtig gemacht haben. Wenn andere uns deshalb als Überraschungsteam bezeichnen, kann ich damit jedenfalls gut leben. Wenn wir unser Niveau zeigen können, haben wir auch gegen Stuttgart Chancen.

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