Kurhaus Aachen schlägt den Düsseldorfer Rochusclub 6:0

Tennis : Struff biegt den Champions Tiebreak um

Dominik Meffert war mehr als zufrieden: „Das Ergebnis habe ich erhofft, aber nicht erwartet. Der Sieg war einen Tick zu hoch.“

Der Sieg war das 6:0 des Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Lambertz Aachen gegen das Team des Rochusclubs aus Düsseldorf. Der Aachener Cheftrainer war auch sehr angetan von der Leistung seiner Mannschaft, weil im zweiten Doppel der deutsche Doppelspezialist Tim Pütz und der Spanier Carlos Taberner selbst bei 2:6- und 3:7-Rückstand im Champions Tiebreak angesichts der 5:0-Führung des Heimteams keinen Deut nachließen, Pedro Sousa (Portugal) und Sander Arends (Niederlande) 12:10 bezwangen, damit für eine makellose Heimweste sorgten.

Über 1000 Zuschauer

Über 1000 Zuschauer waren zur Anlage im Kurpark gepilgert, um die Partie des Tabellenfünften gegen den Dritten der Liga zu sehen. Der hatte sich in die Rolle des Außenseiters geflüchtet, weil er, so verlautete aus Düsseldorf, aus finanziellen Gründen nicht seine allerbesten Spieler nach Aachen schicken konnte. Den Anhängern des Gastgebers war es egal, sie sahen mit Jan-Lennard Struff und Tim Pütz auf Aachener Seite das erfolgreiche deutsche Davis-Cup-Duo, das auch in den Einzeln Klasse bewies.

Struff beispielsweise bekannte nach seinem Einzel gegen Sousa, dass die Partie ein „sehr schwieriges, ja richtig unangenehmes Match“ gewesen sei. Wie unangenehm die Partie zwischen dem 35. und der 109 der Welrangliste war, zeigte sich nach dem 6:4 und 3:6 auch im Champions-Tiebreak: 0:3 lag der Aachener zurück, ehe er in seinem ersten (und einzigen) Heimspiel für Kurhaus über 5:4 die Weichen auf Sieg stellte. „Jan-Lennard braucht diese engen Situationen. In ihnen fühlt er sich wohl“, sagte Kurhaus-Team-Manager Alexander Legsding. Struff jagte den Portugiesen mit seinen aggressiven Schlägen von links nach rechts, bis der das Spielgerät nicht mehr kontrolliert zurückschlagen konnte. Struffs Sieg bedeutete die 3:0-Führung in den Einzeln, denn zuvor hatten Tim Pütz das 18-jährige deutsche Talent Henri Squire 7:6, 6:2 und der Belgier Steve Darcis den Tschechen Lukas Rosol 6:4, 6:3 bezwungen. „Für beide gilt“, sagte Lesding, „dass der Gewinn des ersten Satzes ihnen die Sicherheit gab, auch den zweiten Abschnitt für sich zu entscheiden.“ Blieb nur noch der Ausgang des vierten Einzels offen. Taberner schien noch die unglückliche Niederlage gegen Weinheim im Kopf zu haben, doch kämpfte er sich mit seinem harten Aufschlag und platzierten Bällen nach dem 6:4 immer besser in das Spiel und gewann den zweiten Abschnitt gegen Filip Horansky (Slowakei) ohne Probleme 6:2. So war der Sieg unter Dach und Fach.

Doch Aachen wollte mehr. Doppel Nummer 1 an diesem Tag, Struff/Nils Langer, musste im ersten Abschnitt Schwerstarbeit beim 7:5 leisten, dann war der Widerstand von Horansky/Rosol gebrochen (6:2). Pütz und Taberner bekamen denn auch gleich zum Auftakt ihres Doppels zu spüren, dass Sousa/Arends keine Laufkundschaft waren. Sie mussten nach 6:2 und 3:6 in den Champions Tiebreak – und hatten das bessere Ende für sich. Und Kurhaus hatte den Rochusclub auch in der Tabelle hinter sich gelassen.

Kurhaus Aachen - Düsseldorf 6:0: Jan-Lennard Struff - Pedro Sousa 6:4, 3:6, 10:6; Steve Darcis - Lukas Rosol 6:4, 6:3; Tim Pütz - Henri Squire 7:6 (2), 6:2; Carlos Taberner - Filip Horansky 6:4, 6:2; Nils Langer/Struff - Horansky/Rosol 7:5, 6:2; Pütz/Taberner - Sander Arends/Sousa 6:2, 3:6, 12:10.

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