Tennis-Bundesliga: Klare Pleite in Gladbach für Blau-Weiss Aachen

Tennis-Bundesliga : Klare Pleite in Gladbach für Blau-Weiss Aachen

Es war schon fast Mitternacht, die Entscheidung im Bundesligaspiel zwischen Blau-Weiss Aachen und Grün-Weiß Mannheim stand aber immer noch aus. Der Aufsteiger zwang den amtierenden Meister am späten Freitagabend zum dritten Mal in den Champions Tiebreak, und Gille Sander und Joran Vliegen setzten im entscheidenden Doppel alles daran, die Sensation und somit den ersten Saisonpunkt perfekt zu machen.

Um 23.25 Uhr jubelten dann aber doch die Gäste, die sich mit 10:8 durchgesetzt und für den 4:2-Sieg der Mannheimer gesorgt hatten. „Alle haben gesagt, dass ein 3:3 verdient gewesen wäre“, urteilte Aachens Teamchef Marc Zander, der auch ein bisschen mit dem Glück haderte. Aber: „Auch wenn man viel Pech hat, gibt es keine Extra-Punkte.“

Eindeutiger war die Angelegenheit knapp 36 Stunden später für die Blau-Weissen – am gestrigen Sonntag wurde der Punktgewinn deutlich verpasst: Mit einem 0:6 im Gepäck mussten die Aachener die Heimreise vom Gladbacher HTC antreten. „Ein bis zwei Matchpunkte waren möglich, mehr nicht“, sagte Zander.

Die Dominanz der Gladbacher, die in alle Spiele als klare Favoriten gingen, spiegelte sich auch auf dem Platz wider. Der Belgier Yannick Mertens lag gegen Daniel Gimeno-Traver schnell mit 0:3 zurück. Zwar kam er noch einmal auf 2:3 heran und hatte drei Breakbälle, sein spanischer Kontrahent wehrte diese aber ab. „Danach ist die laufende Vorhandmaschine davongezogen“, urteilte BW-Trainer Thilo Fritschi. Gimeno-Traver gewann Satz eins 6:2 und zog auch im zweiten sein Spiel gnadenlos durch (6:1).

Auch Thiemo de Bakker wehrte sich im Duell der Niederländer nach Kräften. Gegen Robin Haase, der in der Weltrangliste knapp 200 Plätze besser geführt wird, lieferte er ein gutes Spiel ab, verlor aber mit 3:6, 4:6. Wenig später lag Aachen 0:3 zurück: Der junge Belgier Zizou Bergs, der am Freitag für den einzigen Einzelpunkt gesorgt hatte, lieferte sich mit Andrej Martin ein Break-Re-Break-Festival. Am Ende hatte der Slowake die besseren Nerven und setzte sich mit 6:4, 6:2 durch.

Mit etwas Glück hätte Tallon Griekspoor den K.o. nach den Einzeln abwenden können. In einem „Weltklassespiel“, wie Fritischi es formulierte, lieferte er sich einen tollen Schlagabtausch mit dem ehemaligen deutschen Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber. Und so war es fast folgerichtig, dass das Duell der beiden an Nummer eins geführten Akteure im Champions Tiebreak entschieden werden musste. Trotz einer 8:6-Führung gelang es Griekspoor aber nicht, den Sieg davonzutragen (4:6, 6:3, 9:11).

„Wir sind trotzdem motiviert in die Doppel gegangen“, berichtete Zander. Während die Belgier Germaine Gigounon/Niels Desein in zwei Sätzen den Gladbachern Roman Jebavy/Tim Sandkaulen unterlagen (3:6, 4:6), ging es auf dem Nebenplatz erneut in den Champions Tiebreak. Und wieder waren de Bakker und Kohlschreiber beteiligt. An der Seite ihrer Partner (Griekspoor und Haase) ging es wieder heiß her, im Entscheidungssatz verpassten die Aachener den Ehrenpunkt aber klar (3:6, 6:1, 3:10).

Trotz der deutlichen Niederlage war Zander zufrieden: „Wir haben uns gut präsentiert“, sagte der BW-Teamchef. „Eventuell haben wir heute gegen den kommenden Deutschen Meister verloren.“ Den amtierenden Deutschen Meister hatte man am Freitagabend immerhin am Rande eines Unentschiedens.

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