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FVM-Verbandtag: Kein „Fraktionszwang”, die Delegierten sind frei in ihrer Entscheidung

FVM-Verbandtag : Kein „Fraktionszwang”, die Delegierten sind frei in ihrer Entscheidung

17 Vertreter aus dem Fußballkreis Aachen und je neun aus den Kreisen Düren und Heinsberg werden am Sonntag für oder gegen den Abbruch stimmen.

Der letzte Akt ist eingeläutet, Sonntag soll die Fußball-Saison 2019/20 Geschichte sein. Auch wenn sich bei der Einholung des Stimmungsbildes Anfang Mai noch eine hauchdünne Mehrheit der Vereine von 50,14 Prozent für die Fortführung der Saison eingesetzt hatte, so befürwortet inzwischen selbst das FVM-Präsidium den Abbruch.

Auch Bernd Mommertz, Vorsitzender des Fußballkreises Aachen, hat seine Meinung in den vergangenen Monaten mehrfach geändert – man kann sagen, entsprechend dem Pandemie-Verlauf. „Ich war zu Beginn der Diskussion für eine Annulierung, habe mich aber nach acht, neun Videokonferenzen von den Argumenten für eine Fortsetzung überzeugen lassen“, erläutert Mommertz, der Mitglied im FVM-Beirat ist. „Inzwischen hat sich die Corona-Situation geändert, so dass man zu einer anderen Entscheidung kommt, als vor eineinhalb Monaten.“ Mommertz, als Vorsitzender einer der 17 Aachener Delegierten, plädiert nun für den Abbruch. Eine Vorgabe an die Delegierten, die sich aus Ausschussmitgliedern und gewählten Vereinsvertretern zusammensetzen, gibt es nicht. „Es gibt keinen ,Fraktionszwang’. Jeder entscheidet für sich“, unterstreicht Mommertz. Hilfestellung gibt es nur in technischen Dingen. „Wer möchte, kann ins Vereinsheim von Falke Bergrath zur Abstimmung kommen oder es eben digital von zu Hause aus machen.“

Was Mommertz bei der Meinungsumfrage und Gesprächen mit Vereinsvertretern gestört hat: „Jeder sieht nur sich selbst, nur seinen Verein, nicht die Allgemeinheit.“ Das spiegelt sich auch in den beim FVM eingereichten Anträgen wider, von denen ein Großteil einen Aufstieg der Tabellenzweiten beantragen – weil sie selbst davon betroffen sind.

Sehr rührig waren die Vereine aus dem Kreis Düren mit sieben Anträgen. Neun Delegierte werden im Namen der Dürener und Jülicher Clubs abstimmen – errechnet an der Zahl der Mitglieder. „Auch bei uns gibt es keine Vorgaben. Unsere Delegierten sind alle erfahrene Fußballleute, die vertreten ihre Meinung und sind völlig frei bei der Abstimmung. Da halte ich mich raus“, unterstreicht auch Manfred Schultze. Ein Treffen der Delegierten wird es am Sonntag nicht geben.

 Aachens erster Mann: Bernd Mommertz.
Aachens erster Mann: Bernd Mommertz. Foto: privat

Natürlich hat auch Schultze, der als Dürener Vorsitzender wie Mommertz im FVM-Beirat sitzt, seine persönliche Meinung zur Situation. „Unter den momentanen Vorzeichen – und nur die kann man ja zugrunde legen –, darf man hoffen, dass die nächste Saison vielleicht wieder normal laufen wird. Deshalb ist ein Abbruch die richtige Entscheidung“, sagt Schultze, der sich früh für Abbruch und einen Aufsteiger ausgesprochen hatte.

Auch aus dem Fußballkreis Heinsberg werden neun Delegierte ihre Stimme – jeweils von zu Hause aus – abgeben. Auch sie sind frei in ihrem Abstimmungsverhalten. „Wir geben nichts vor“, betont Kreis-Geschäftsführer Roman Achilles. Heinsbergs Vorsitzender Eduar Meinzer wollte vor dem Verbandstag keine Stellungnahme abgeben. Anträge von Clubs aus dem Kreis Heinsberg sind nicht beim FVM eingegangen.