Ringen: Intensive Wochen für Rabbia Khalil

Ringen : Intensive Wochen für Rabbia Khalil

Für Rabbia Khalil ist es der Start in ein Abenteuer. Am Dienstag steigt der Ringer, der zuletzt für den Bundesligisten Eintracht Walheim auf der Matte stand, in den Flieger Richtung Teheran.

Von der iranischen Hauptstadt geht es für den 33-Jährigen am Mittwoch mit dem Flugzeug weiter nach Andimeschk. Dort findet von Donnerstag bis Freitag der „Takhti Cup“ (griechisch-römischer Stil) statt.

„Es werden viele Weltklasse-Ringer dabei sein. Der iranische Verband wird alle Stars und die besten Ringer des Landes auf die Matte schicken, um den erwarteten 10.000 begeisterten Ringkampfsportfans ein Fest zu bieten, das dieser populären Sportart im Iran würdig ist“, fiebert Khalil dem Auftakt entgegen. „Ich freue mich darauf, vor dieser Wahnsinnskulisse meine Heimat Palästina vertreten zu können. Es wird mein erster Start im Iran überhaupt sein“, fügt er hinzu.

Für die palästinensische Nationalmannschaft hat Khalil seit 2009 an insgesamt 18 Turnieren teilgenommen. Bei jeweils drei Welt- und Asienmeisterschaften sowie beim Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Rio 2016 stand er bereits auf der Matte.

Nach der Veranstaltung im Iran geht es für den in Köln lebenden Ringer direkt weiter nach Istanbul. Beim Gedächtnisturnier „Vehbi Emre & Hamit Kaplan“ will sich Khalil ebenfalls von seiner besten Seite zeigen. „Bei beiden Turnieren werde ich der einzige palästinensische Ringer sein. Ringen ist keine populäre Sportart in Palästina und genießt kaum Aufmerksamkeit. Dennoch bin ich sehr stolz darauf, mein Land vertreten zu dürfen“, sagt Khalil, der bislang für Walheim, Witten, Köln-Mülheim und Köln-Worringen in der Bundesliga gerungen hat.

Asien-Meisterschaft in China

Für Anfang Februar ist die Heimreise geplant. Dann gilt seine ganze Aufmerksamkeit der Vorbereitung auf die Asien-Meisterschaft, die im April in China über die Bühne geht. „Ich werde an weiteren Turnieren teilnehmen und Trainingslager in verschiedenen Ländern absolvieren, denn ich möchte eine starke Asien-Meisterschaft ringen“, verdeutlicht Khalil, der seit 2002 von den Kölnern Günther Tabel und Yasar Yavuz trainiert wird.

Ob er in der kommenden Saison auch wieder für die Walheimer auf die Matte gehen wird, entscheidet sich erst nach seiner Rückkehr aus der Türkei. „Dann wird es ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Eintracht geben. Wenn wir uns wieder einig werden – so wie in den Jahren zuvor – würde ich mich sehr freuen, weiter in der Bundesliga für Walheim zu ringen.“

(lb)
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