Eschweiler/Aldenhoven: Indeland-Triathlon: Sieg für die Favoritin und Teilnehmerrekord

Eschweiler/Aldenhoven : Indeland-Triathlon: Sieg für die Favoritin und Teilnehmerrekord

„Steffi, Du bist Zweite.“ Mareen Hufe stand im Zieleinlauf und feuerte ihre Konkurrentinnen an. In 4:12:48 hatte die Top-Favoritin für 1,9 Kilometer Schwimmen, 88 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen benötigt und den 11. Indeland-Triathlon auf der Mitteldistanz der Frauen gewonnen. Ihre Anfeuerung ging an Steffi Jansen, die ihr Glück kaum fassen konnte.

„Ich wusste nicht, dass ich noch aufs Podium laufe, damit habe ich nicht gerechnet.“ Erst rund 800 Meter vor dem Ziel war die Vorjahressiegerin vom PTSV Aachen an Verena Walter (Iserlohn) vorbeigezogen.

Auch bei den Männern gab es einen Favoritensieg, doch Patrick Dirksmeier (Münster), amtierender ETU-Europameister auf der Mitteldistanz, machte auch nach knapp vier Stunden Wettkampf keine längere Pause im Zielraum. „Es war ein rundum schöner Tag. Die Strecke ist richtig toll, ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen. Aber ich habe mir auf dem Weg ins Wasser etwas in den Fuß getreten“, sagte der 34-Jährige und verschwand — in Richtung Krankenhaus. Hinterher kam Entwarnung seitens der Organisation: „Nicht so schlimm, aber es musste genäht werden.“

Und mit diesem Fuß war Dirksmeier genau 3:42:42 Stunden unterwegs gewesen und hatte bei den Männern die Mitteldistanz vor Duy Thien Thibaut (Belgien; 3:52:02) und Vorjahressieger Simon Jung (Buschhütten; 3:52:17) gewonnen. Johann Ackermann (Köln), der den Indeland-Triathlon 2016 gewonnen hatte und 2017 noch hinter Jung Zweiter geworden war, wurde übrigens unsanft ausgebremst: Der 34-Jährige war zwar als Erster aufs Rad gewechselt, wurde aber disqualifiziert, da er beim Schwimmen in der falschen Gruppe gestartet war.

1700 Athleten hatten sich in den verschiedenen Klassen am Morgen ab 10 Uhr am Blausteinsee bei Eschweiler auf den Weg gemacht, der letzte Starter kämpfte sich um 16.30 Uhr auf der Laufstrecke durch Aldenhoven. Der Start lief zeitlich versetzt, so eröffneten die Frauen zusammen mit den Männern ab M 50 am frühen morgen bei leicht bewölktem Himmel und angenehmen Temperaturen den Wettkampftag. Erst eine Viertelstunde später starteten die Männer bis M 45.

„Ich finde es gut, dass die Frauen vor den Männern gestartet werden, so kommen die Frauen vorne aus dem Wasser raus und es ist dann ein ehrliches Rennen auf dem Rad“, findet Mareen Hufe, deren Rennstrategie am Sonntag voll aufging. Ich wollte so schnell wie möglich schwimmen. Das ist mir auch gelungen. Ich bin eine Minute nach der Führenden aus dem Wasser gestiegen, das war gut für mich.“ Den Rückstand hatte Hufe schon nach zehn Kilometern auf dem Rad wieder wettgemacht und fuhr fortan — gemessen an den anderen Starterinnen — ein einsames Rennen. „Zum Schluss hatte ich sogar nur noch einen Mann vor mir“, sagt Hufe lachend. Die 40-Jährige aus Wesel hatte sich vorher überlegt, dass sie so schnell wie möglich die Radstrecke bewältigen wollte, um dann auf der Laufstrecke ein wenig das Tempo herausnehmen zu können.

„Ich musste nicht die letzten Körner geben. Ich habe gesehen, dass ich 215 Watt mit dem Rad gefahren bin, da wusste ich, dass ich gut unterwegs war und es beim Laufen ein wenig ruhiger angehen konnte“, so Hufe. Denn vom Indeland-Triathlon reist Hufe, die 2017 den Ironman auf Hawaii als beste Deutsche auf Rang elf beendete, am Montag gleich weiter in den Süden nach Klagenfurt, wo am kommenden Wochenende ein Ironman stattfindet. „Aber das war hier deutlich mehr als ein Warmlaufen dafür, das war schon eine stramme Einheit.“

Einen Ironman hat auch Steffi Jansen schon in diesem Jahr gewonnen, im Mai auf Lanzarote. „Der ist ganz schön hart, da die Strecke ein sehr welliges Profil hat. Mein Ziel war es, da unter elf Stunden zu bleiben — das ist mir gelungen“, berichtet die 36-Jährige aus Herzogenrath, die für den PTSV Aachen startet. In 4:30 Stunden hatte sie im vergangenen Jahr den Indeland-Triathlon gewonnen. „In diesem Jahr war die Konkurrenz aber wesentlich härter, daher hatte ich mir nur als Ziel gesetzt, die 4:30 zu unterbieten.“ Was ihr mit 4:22:55 Stunden auch gelang.

Dabei hatte die Vorjahressiegerin nicht so gut in den Wettkampf reingefunden. Das Schwimmen zum Start ging ganz gut, aber „in der ersten Runde auf dem Rad lief es nicht so, die Beine haben da noch nicht so richtig mitgemacht. Vom Gefühl her klappte es aber ab der zweiten Runde besser“, so Jansen.

Dabei ist die Radstrecke eigentlich ihre Lieblingsdisziplin, auch „wenn ich zuletzt im Laufen besser war, daher habe ich auch versucht, auf der Laufstrecke noch etwas rauszuholen.“ Während ihr Hufe im „wahrsten Wortsinn die Hufe gezeigt hat“, sah Jansen einen knappen Kilometer vor dem Ziel auf einmal Verena Walter vor sich. „Ich habe sie dann überholt, aber erst als mir Maren im Ziel zurief, wusste ich, dass ich Zweite geworden bin. Dass ich es auch in diesem Jahr wieder aufs Podium geschafft habe, ist für mich selbst eine Überraschung.“

Als gute Verliererin zeigt sich Verena Walter (4:23:13). „Ich hatte Steffi nicht auf dem Schirm, auch mein Supporter hat mir nicht angesagt, dass sie aufschließt“, ärgerte sich die 37-Jährige, denn, „ich hatte beim Laufen schon ein wenig das Tempo rausgenommen und konnte nicht mehr forcieren.“ Aufgrund einer Verletzung 2017 war es aber für die Iserlohnerin nach längerer Zeit erst wieder die erste lange Laufstrecke. „Ich bin schon etwas enttäuscht, aber das muss man sportlich sehen“, sagte sie lachend und gratulierte ihren Konkurrentinnen.

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