Hertha Walheim gliedert Fußballabteilung nicht aus

Fußball: In Walheim wird weiterhin eine Hertha stürmen

Kein Antrag zur Ausgliederung der Fußball-Abteilung. FC Walheim 2018 hält dennoch an seinen Plänen fest.

Es wirkt auf den ersten Blick wie die Rolle rückwärts: Bei Hertha Walheim wird kein Antrag zur Ausgliederung der Fußball-Abteilung gestellt. „Fußball als K 3 Aachen ist definitiv gestorben, wir spielen auch in der kommenden Saison weiter als Hertha Walheim“, erteilt Harald von Ameln, erster Vorsitzender des Gesamtvereins und sportlicher Leiter der Fußball-Abteilung, seinen eigenen Plänen eine Absage.

Ursprünglich hatte von Ameln den Fußball in eine Leistungssportabteilung unter dem Namen „Körperwerkstatt Aachen“ ausgliedern und auch das Spielrecht der ersten Mannschaft, die aktuell in der Landesliga kickt, übernehmen wollen. In der Folge hatten sich andere Walheimer zusammengefunden, die im neu gegründeten Klub FC Walheim 2018 Breitensport betreiben wollen und dann auch mit einer Seniorenmannschaft in der Kreisliga D ab der Saison 2019/20 neu starten könnten.

Unruhe in Walheim

„Ich bin nicht gegen Breitensport. Und es ging auch nicht darum, K 3 voranzutreiben. Es hatte einfach den Hintergrund, dass niemand mehr bereit war, beim Fußball oder im Gesamtverein mitzuarbeiten“, erläutert von Ameln, Inhaber des namensgebenden Fitnesstudios K 3, der vor wenigen Wochen erneut auch das Amt des Vorsitzenden übernahm, da sich kein Nachfolger gefunden hatte. „Meine Pläne haben viel Unruhe bei der Hertha und in Walheim erzeugt, aber auch etwas in Bewegung gebracht. Denn nun sind Dutzende Leute gekommen und wollen die Hertha retten. Es ist gut und bemerkenswert, was die in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben“, ist von Ameln „sehr erfreut darüber“.

Und so bat er die Gründungsmitlieder des neuen Klubs um den  Vorsitzenden Rene Koep am Donnerstagabend kurzfristig zu einem Gespräch. „Ich habe vorgeschlagen, dass wir gemeinsam unter dem Dach der Hertha weitermachen mit einer Abteilung für Leistungsfußball, die Dirk Offermann, der ebenfalls nach Walheim zurückkehren wird, und ich leiten würden. Und eben einer Abteilung für Breitensport“, sieht es von Ameln als positiv an, dass sich wieder Menschen für den Klub engagieren wollen.

Bis 18 Uhr diskutierten die Initiatoren des FC Walheim 2018 am Freitagabend intensiv über den Vorschlag des Hertha-Präsidenten, der sie überrascht hatte, wie FC-Geschäftsführer Philipp Keus im Rahmen eines gut besuchten Informationsabends des neuen Klubs im Jakob-Büchel-Haus berichtete, der um 19 Uhr begann. „Wir wollen nicht gegen Hertha Walheim antreten. Das war bislang ein super fairer Umgang, aber wir schlagen den Weg bewusst aus“, sagt Keus und Koep ergänzt: „Wir haben heute darüber genauso demokratisch beraten wie zuvor bei der Gründung des neuen Klubs. Wir sind davon überzeugt, dass wir die Leute so schneller abholen können. Uns geht es darum, wieder authentisch zu sein und als Verein zu leben.“

Aktuell hat die Hertha fünf Fußball-Mannschaften, neben der ersten Mannschaft, die in der Landesliga kickt, eine Ü 30 sowie drei Jugend-Teams, zwei A-Junioren, die in der Mittel- und Bezirksliga spielen, und B-Junioren in der Bezirksliga. Die zweite B-Junioren-Mannschaft wurde Anfang der Woche vom Spielbetrieb der Sonderliga zurückgezogen. Der Unterbau mit einer zweiten Mannschaft auf der einen sowie von C- und D-Junioren auf der anderen Seite fehlt seit einigen Jahren. Die Macher des FC Walheim 2018 streben folgendes Ziel an: „Jeder soll hier Fußball spielen können und Spaß haben. Alle sind herzlich willkommen“, sagt der Sportliche Leiter Marvin Brauweiler, der zudem verdeutlicht, dass man gerade den Jüngsten intaktes Vereinsleben vorleben wolle.

„Wir hatten früher mehr Teams. Gerade Dirk und ich haben versucht, wieder eine zweite Mannschaft aufzubauen, das hat aber nicht geklappt“, bedauert hingegen von Ameln. „Der untere Nachwuchsbereich ist uns weggebrochen: Zum einen, weil in den älteren Jahrgängen der Leistungsgedanke zunehmend in den Vordergrund rückt und entsprechend aussortiert wurde. Zum anderen, weil wir zu wenig Platz auf unserer Anlage hatten.“ Inzwischen liegt die Baugenehmigung für eine Flutlichtanlage am Rasenplatz vor, zudem stünde künftig ein weiterer Platz in der Nähe für den Trainingsbetrieb zur Verfügung. „Räumliche Probleme dürften in Zukunft kein Thema sein“, sagt von Ameln.

Die für Dienstag geplante Abteilungsversammlung der Hertha-Fußballer soll wie geplant über die Bühne gehen. Nur das Thema hat sich geändert: Es geht dann nicht mehr um die angedachte Ausgliederung, sondern wohl vielmehr um die künftige Neuausrichtung mit zwei Vereinen in Walheim.

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