Auftrag des DFB: Für die Zukunft des iranischen Fußballs

Auftrag des DFB : Für die Zukunft des iranischen Fußballs

Der Alsdorfer Mahmood Reza Roushanzamir hat im Auftrag des DFB in seinem Geburtsland Iran mehr als 1100 Jugendtrainer ausgebildet und ihnen die „DFB-Philosophie“ vermittelt.

Wenn die iranische Nationalmannschaft in den nächsten Jahrzehnten zu einem gefürchteten Gegner werden sollte, dann würde der Alsdorfer Fußballtrainer Mahmood Reza Roushanzamir sehr wahrscheinlich einen Anteil daran haben. Der 63-Jährige hat in seinem Geburtsland nach zehn Jahren eine Mission erledigt, deren Erfolg sich erst in einigen Jahren messen lässt. Denn Roushanzamir hat mehr als 1100 Jugendtrainer und -trainerinnen am Persischen Golf ausgebildet, ihnen die „DFB-Philosophie“ vermittelt. Dafür ist er jedes Jahr seit 2009 mehrere Wochen in den Iran geflogen, 28 der 31 Provinzen des Landes hat der DFB-Auslandstrainer besucht.

„Mehr in den Fußball investieren“

„Wenn im Iran mehr in den Fußball investiert wird und Sportler statt Politiker die Strippen im Hintergrund ziehen, dann wird das Land bei jeder WM dabei sein. Technisch sind die Spieler nicht schlechter als Europäer“, betont Roushanzamir. In den vergangenen zehn Jahren hat der Alsdorfer eine Entwicklung im Iran verfolgt, die ihm Hoffnung gibt. War es früher noch so, dass gestandene Ex-Spieler mit einem großen Namen ohne Ausbildung eine Mannschaft trainiert haben, ist heute eine Lizenz Pflicht. Erfolge und Erfahrung hin oder her. „Ein guter Fußballer ist nicht automatisch ein guter Trainer. Das hat man endlich erkannt“, sagt Roushanzamir bestimmt, der selbst die Profi-Trainerlizenz besitzt. Nicht zu vernachlässigen sei auch die Tatsache, dass die ohnehin gut gebildeten Iraner heutzutage noch informierter seien – auch über den internationalen Fußball. „Ich habe mich selbst gewundert, vieles hat sich geändert, seit ich vor zehn Jahren angefangen habe.“

Damit dass sich nun ebenfalls regelmäßiger mehr iranische Spieler einen Namen im Weltfußball machen können, muss sich die Struktur im Jugendbereich verbessern. Dort sei die Methodik nicht ausgefeilt genug, sagt Roushanzamir, weswegen er auch seine Definition eines Trainers verbreitet hat: „Man muss Lehrer, Psychologe, Vaterersatz sein, verschiedene Rollen ausüben.“ Seine Worte kommen an, sagt Roushanzamir, was auch an dem Respekt vor und dem Interesse an seiner Person liege. Schließlich verkörpert er als gebürtiger Iraner die hoch angesehene deutsche Fußballkultur. Deutschland sei seit geraumer Zeit neben England an erster Stelle in Sachen Trainerausbildung. Die deutschen haben auch den Spaniern den Rang abgelaufen, die nach den EM-Erfolgen 2008 und 2012 sowie dem WM-Titel 2010 die fußballerischen Vorbilder im Iran waren, so hat es Roushanzamir erlebt.

Der Alsdorfer Sportlehrer habe den Trainern und Verantwortlichen immer mit auf den Weg gegeben, dass die jüngsten Erfolge und das heutige Renommee des deutschen Fußballs mit „einer Revolution vor 15 Jahren“ begonnen hätten. Wenn dies nun auch im Iran gelinge, lautet Roushanzamirs Auftrag für den nächsten Schritt: „Der Iran muss gucken, dass er in Asien die Nummer eins vor Japan und Südkorea wird.“

Angebote als Trainer

Ob der 63-Jährige ein neues Projekt im Iran angehen wird, steht noch nicht fest. Über die kommende Ausrichtung müssen alle DFB-Auslandstrainer noch entscheiden. Reizen würde Roushanzamir die Talentsichtung; mitentscheidend sei indes auch der Rückhalt seiner Frau Marie-Luise für seine mehrwöchigen Auslandseinsätze.

Angebote als Trainer hat der Alsdorfer in der Vergangenheit durch seine Arbeit ebenfalls erhalten. Doch die Jobs als Erstliga-Coach oder als Trainer einer Jugendnationalmannschaft waren seinerzeit noch nicht interessant genug, die Rahmenbedingungen passten nicht. In einigen Jahren könnten die anders aussehen.

(cro)
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