Fechterin Gala Hess-Sancho gelingt schöner Abschluss der Saison

Aachener Fechterin Gala Hess-Sancho : „Ich werde weiter hart an mir arbeiten“

Es war der schöne Abschluss einer durchwachsenen ­Saison. Beim Aktiven-Weltcup in Dubai lieferte sich Gala Hess-Sancho ein spannendes Gefecht mit der mehrfachen Olympia-Teilnehmerin Sarra Besbes.

Am Ende musste sich die Aachenerin, die mittlerweile für Bayer Leverkusen startet, der Tunesierin knapp mit 14:15 geschlagen geben und verpasste so den Einzug in die Runde der besten 128. „Ich habe unglaublich gut gefochten. Es ist schade, dass sich das nicht in der Platzierung widerspiegelt“, sagt die 21-Jährige. Hess-Sancho war eine von zehn Starterinnen, die von Frauen-Degen-Bundestrainer Dominic Csobo ins deutsche Team berufen worden war. Insgesamt 237 Teilnehmerinnen aus der ganzen Welt hatten sich in Dubai versammelt, um ihren Sieger zu ermitteln.

„Als ich wusste, dass die Saison gelaufen ist, wollte ich einfach nur noch Spaß haben. Und das ist mir gelungen“, sagt die Aachenerin.

Dass sie in ihrer ersten Saison im Erwachsenenbereich nicht an die starken Leistungen im letzten Juniorenjahr anknüpfen konnte, hat auch ein bisschen damit zu tun, dass sie ihr durchaus zeitintensives Jura-Studium in Bonn aufgenommen hat. „Körperlich war ich gut drauf, nur im mentalen Bereich hatte ich manchmal Probleme“, räumt die 1,60-Meter-kleine Powerfrau ein.

Wettkampf hin oder her: Der ­Bundestrainer, der Hess-Sancho in Leverkusen anleitet, attestiert der Aachenerin jedenfalls sehr gute Trainingsleistungen, „Dominik hat mir gesagt, dass ich mich von den Ergebnissen nicht runterziehen lassen soll“, sagt die 21-Jährige.

Dabei ist es gar nicht so, dass Hess-Sancho in dieser Saison keine Erfolge feiern konnte; zum zweiten Mal nach 2015 wurde sie Gesamtsiegerin des Frauen-Degenwettbewerbs „Li Tore“, und bei den NRW-Meisterschaften in Leverkusen holte sie sich den Titel. Nur ist es eben so, dass sie perspektivisch in die A-Mannschaft des Deutschen Fechter-Bundes kommen möchte, und dafür muss sie sich kontinuierlich weiterentwickeln. Zumal es nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu seiner Zäsur im deutschen Team kommen könnte, da die Teilnahme für einige der erfolgreichen deutschen Fechterinnen der letzte große Auftritt sein könnte.

„Ich werde weiter hart an mir arbeiten“, sagt Hess-Sancho, die drei bis vier Mal pro Woche mit der Mannschaft ficht und nebenbei auch noch in einem ähnlichen Umfang Privateinheiten erhält. Auch jetzt, nach der Saison, legt sie den Degen nicht zur Seite, da sie mit einigen Teamkolleginnen – die sich für die Heim-EM in Düsseldorf (17. bis 22. Juni) qualifiziert haben – weiter trainiert.

In der neuen Saison, die Ende September beginnt, möchte Hess-Sancho dann wieder angreifen. „Und ich bin zuversichtlich, dass mir das auch gelingt“, sagt die 21-Jährige.

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