Broichweiden: Erster Titel für den HC Weiden ist perfekt

Broichweiden : Erster Titel für den HC Weiden ist perfekt

David Rüttgers jubelte nur für einen kurzen Moment, dann war er auch schon nicht mehr zu sehen. Der Torwart des HC Weiden hatte gerade den entscheidenden Siebenmeter pariert, und seine Mitspieler dankten es ihm, indem sie den Keeper im Freudenrausch unter sich begruben.

Es war die letzte Szene in einem packenden Finale, das die Weidener gegen Nordrheinligist BTB Aachen mit 16:15 für sich entschieden hatten. Der Sieg bei der zwölften Auflage des EWV-Cups hatte für den Gastgeber sogar etwas Historisches: Es war der erste Titel für den HC Weiden, der aus der Zusammenlegung von Westwacht und TV hervorgegangen ist.

Ein erster Pokal für die Vitrine: Team eins von Fusionsklub HC Weiden setzt sich im Finale gegen BTB Aachen durch.

„Das ist ein geniales Gefühl“, sagte Rüttgers, als er sich aus dem Pulk befreit hatte, verteilte dann aber direkt ein Kompliment an das gesamte Team: „Wir sind in der Kürze der Zeit als Mannschaft zusammengewachsen und haben ein richtig gutes Turnier gespielt.“

Diese Aussage hätte man vermutlich auch auf die „Zweite“ des HC übertragen können, die sich erst im Halbfinale BTB Aachen geschlagen geben musste. Dass der Vorjahressieger am Ende seinen Titel nicht verteidigt hatte, war für BTB-Coach Martin Becker aber durchaus zu verschmerzen. „Ich bin sehr zufrieden, da wir das Turnier mit sieben Feldspielern durchgespielt haben. Die Jungs haben alles gegeben, deshalb kann ich ihnen keinen Vorwurf machen.“ Vorwürfe waren ohnehin nicht angebracht, nach einem Finale, das nicht viel mehr Spannung hätte bieten können.

Keine lange Anlaufphase

Das letzte Spiel des Tages brauchte keine lange Anlaufphase, da beide Teams mit offenem Visier spielten. Die Weidener gingen immer wieder in Führung, absetzen konnte sich das neu formierte Team aber nicht, weil die Aachener stets die richtige Antwort gaben. Als Sven Leonhardt beim Stand von 9:8 Rot sah und vom Platz musste, kochten die Emotionen hoch. Dass das Spiel nicht kippte, lag auch an Rüttgers, der einen Siebenmeter parierte und sein Team im Rennen hielt. Zwar ging BTB beim Stand von 10:9 erstmals in Führung, der HC kämpfte sich in den Schlussminuten aber zurück.

Und wie: Als Frederic Hoffmann zehn Sekunden vor dem Ende das 11:10 erzielte, sah Weiden schon wie der sichere Sieger aus. Der Favorit hatte allerdings noch ein Ass im Ärmel, Becker nahm Keeper Benedikt Schüler vom Feld und brachte einen siebten Feldspieler. Und buchstäblich in der letzten Sekunde gelang Julius Schlumberger noch der Ausgleich. Spätestens jetzt dürften die Zuschauer, die schon am Vortag in der Sporthalle Parkstraße das Gruppenspiel zwischen BTB und dem HC verfolgt hatten, ein Déjà-vu erlebt haben, da sich die Turnierfavoriten bereits in der Vorrunde 11:11 getrennt hatten. Nur gab es im Finale — quasi als dramatische Zugabe — das Siebenmeterwerfen obendrauf.

Im Halbfinale gegen den künftigen Ligakonkurrenten Birkesdorfer TV hatte der Gastgeber noch in der regulären Spielzeit eine Entscheidung erzwungen — drei Sekunden vor dem Ende der Partie. Dabei lag Weiden bereits 8:11 hinten, die Rote Karte für den starken BTV-Akteur Jakob Ernst sollte jedoch den Wendepunkt markieren. „Es war wichtig, dass wir uns trotz wechselhafter Leistungen immer weiter gesteigert haben. Über Kampf und Willen haben wir die fehlende Konstanz ausgeglichen“, urteilte HC-Trainer Andreas Heckhausen zufrieden.

Nicht unzufrieden verließen auch die Teams die Halle, die bereits nach der Vorrunde ausgeschieden waren, und so bilanzierte Organisator René Matt: „Die zwölfte Auflage hätte nicht viel besser laufen können — sowohl sportlich als auch organisatorisch. Und wir haben von allen Mannschaften die Rückmeldung bekommen, dass sie gerne auch im kommenden Jahr wieder am EWV-Cup teilnehmen wollen.“ Dass es eine Fortsetzung geben wird, stand schon gestern Abend fest, da Sponsor EWV grünes Licht für die 13. Auflage gab.

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