Eintracht Walheim wagt einen Neustart in der Ringer-Oberliga

Ringen : „Das Fundament ist unser Teamgeist“

Wohin führt der Weg der starken Männer von Eintracht Walheim?

Der Traditionsklub aus dem Aachener Süden hat im Jahr seines 110-jährgen Bestehens, das am 6. Juli unter dem Motto „Eintracht 110“ gefeiert wird, seine Mannschaft aus der Ringer-Bundesliga abgemeldet und wagt einen Neustart in der Oberliga, die nach Abschaffung der zweiten Bundesliga die zweithöchste Klasse im Ringersport ist. Dort anzutreten ist nur möglich mit Genehmigung des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), da mit Duisdorf eine Mannschaft aus der Oberliga zurückgezogen hat.

„Nicht zum Schnäppchenpreis

„Mit seriösem Blick nach vorne war abzusehen, dass wir in diesem Jahr keine wirklich konkurrenzfähige Mannschaft in die Bundesliga-Runde schicken konnten. Anfang Januar 2019 kamen schon die Forderungen nach Gehaltserhöhungen, so dass wir die ersten Athleten bereits da ziehen lassen mussten“, sagt Engelbert Heck, der Vorsitzende des Klubs aus dem Aachener Süden. „Teure Spitzensportler, gestiegene Kosten und nicht ausreichende Sponsoreneinnahmen sind die Gründe unseres Rückzugs. Allerdings gibt es die NRW-Oberliga auch nicht zum Schnäppchenpreis. Und auch die Nachwuchsarbeit fordert Zeit und Geld. Wir brauchen nach wie vor Unterstützung, um unseren Aufgaben als gemeinnütziger Verein Rechnung tragen zu können“, ergänzt Heck.

Vereinssprecher Dieter Otto stellt fest: „Die Eintracht befindet sich aber sportlich in einer guten Ausgangsposition. Die Oberliga- und die zweite Landesliga-Mannschaft liegen vom Leistungspotential her eng beieinander. Hinzu kommt, dass wir in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach eigenen Nachwuchs in die Liga-Mannschaften einbauen können. Wir sind also in der Lage, eine sehr homogene Truppe auf die Beine zu stellen, die sich, getragen vom Teamgeist und dem  familiären Umfeld, weiterentwickeln kann und Perspektive hat.“

Fest steht, dass viele Stützen der Bundesliga-Mannschaft, überwiegend Eingengewächse, dem Team für den Neustart – Saisonbeginn ist der 31. August – erhalten bleiben. „Die Orientierung geht bei beiden Mannschaften nach oben. Zum Ende des Jahres wird ein Tabellenplatz jeweils in der oberen Hälfte angepeilt“, nennt Heck eines der Ziele. Dabei spielt Yaschar Jamali eine entscheidende Rolle. Er bleibt Trainer und kämpft in seinen gewohnten Gewichtsklassen (66 und 70 Kilogramm). Auch Schwergewicht Martin Otto hält seinem Verein die Treue. Zudem bleiben der Eintracht auch Maximilian Otto und Wlaldimir Kurle erhalten. Marco Kreutz, Michael Otto und Nasir Rasoly, der frisch gebackene Junioren-Vizelandesmeister, rücken in die erste Mannschaft auf. Sie alle bilden den Kern der künftigen Mattenkünstler, über die Jamali sagt: „Das Fundament ist unser Teamgeist, den wir über die Jahre entwickelt haben.“ Die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Spitzenringer aus dem Ausland spielen derzeit allerdings keine Rolle.

Jamalis jüngerer Bruder Pura will weitere Bundesligaerfahrung sammeln und wechselt ebenso zum  RC CWS Merken wie Schwergewicht Kasim Aras. In der Oberliga-Gruppe Rheinland gehen neben Walheim die Klubs aus Landgraaf, Neuss, Mülheim/Rhein, Krefeld und Hürth/Rheinbach auf die Matte. Nach der Hauptrunde ermitteln die Vereine auf den Tabellenplätzen eins bis vier den Besten, der dann am 21. Dezember gegen den Sieger der Gruppe Westfalen antreten muss. Langfristig will die Eintracht wieder nach oben. Ob und wann das gelingt, ist wohl auch eine Frage der finanziellen Entwicklung. (wp)

Neuzugang: Reza Koroni (61/66 kg GR/KSV 08 Oberhausen)

Abgänge: Adrian Mosa (57 kg/FR, Ziel offen), Mehmet Ramadan (61 kg/FR, Ziel offen), Purya Jamali (61 kg/FR, RC Merken), Marcin Kunysz (61/66 kg/GR Ziel offen), Robin Pelzer (66/70 kg/GR, KSV Witten), Robert Attila Fritsch (75 kg/GR, Reilingen/Hockenheim, Aufsteiger 1. Bundesliga), Alberts Jurcenko (75 kg/FR, Ziel offen), Edgar Babayan (80 kg/GR, Ziel offen), Kasim Aras (130 kg/GR, RC Merken), Zviad Metreveli (130 kg/FS, Reilingen/Hockenheim)

(wp)
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