Eintracht Walheim unterliegt KSV Witten in der Ringer-Bundesliga

Ringen : Jamalis starke Leistung reicht nicht

Witten gelingt in der Ringer-Bundesliga die Revanche gegen die Eintracht. Mit dem 8:17 kassierte Walheim die fünfte Niederlage im zehnten Saisonkampf und bleibt auf Tabellenplatz fünf.

Vier 2:0-Punktsiege sind bei sechs teils hohen Niederlagen zu wenig, um einem top-aufgestellten Team wie dem KSV Witten Paroli zu bieten. Das erfuhr Ringer-Bundesligist Eintracht Walheim am Samstag in der Sporthalle des Inda-Gymnasiums von Kornelimünster schmerzlich. Mit dem 8:17 kassierte die gastgebende Mannschaft um Spielertrainer Yaschar Jamali im zehnten Saisonkampf die fünfte Niederlage und bleibt damit Tabellenfünfter. Die Gäste aus Witten dürfen sich nun Hoffnungen machen, neben den beiden führenden Klubs Heilbronn und Mainz als einer von zwei besten Tabellendritten die Play-offs zu erreichen.

„Es war klar, dass wir in der Rückrunde nicht ganz so stark dastehen würden wie in der Hinrunde. Witten dagegen ist in der Rückrunde deutlich besser aufgestellt“, kommentierte Teamsprecher Dieter Otto die Auseinandersetzung zweier Teams, deren erklärtes Ziel die Teilnahme an den Finalkämpfen um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft war. Für Walheim ist dieser Zug abgefahren. Nicht der einzige, aber auch ein Grund dafür ist, dass die Eintracht in der kompletten Rückrunde die 57-Kilogramm-Klasse nicht besetzt hat, und damit die Kämpfe allesamt mit 0:4 herschenkt. Freistiler Adrian Mosa stand in der ersten Halbserie auf der Matte, kann aber als Rumäne wegen der Quote deutscher Ringer nicht antreten. Nun war geplant, dass der gebürtige Bulgare Stoyan Spasov den einen oder anderen Kampf für die Eintracht im griechisch-römischen Stil absolvieren sollte. Spasov, der über sechs Jahre in Deutschland ringt, würde diese Quote deshalb nicht belasten. „Hat leider nicht geklappt“, sagt Yaschar Jamali vielsagend. Spasov mag offenbar nicht und weilt in Sofia.

Nun steht Dennis Schmitz im Leichtgewicht im Kampfkreis, obwohl er eine Gewichtsklasse höher ringt. Mit Übergewicht also, um die Mannschaft auf die notwendigen zehn Ringer aufzufüllen, lässt er sich – wie Samstag gegen Witten – unmittelbar nach Anpfiff auf die Schultern legen – 0:4. „Es ist extrem schwer, 57-Kilogramm-Ringer zu bekommen“, sagt Eintracht-Vorsitzender Berthel Heck. „Da müssen wir uns nächste Saison wirklich etwas überlegen.“

Einer, Yaschar Jamali, der „Trainer-Ringer-Motivator“, marschierte am Samstag beeindruckend voran, zeigte gegen Wittens Alexander Storck eine großartige Leistung – kämpferisch wie auch taktisch. „Beide haben ja schon etliche Kämpfe gegeneinander bestritten. In der letzten Saison hatte Storck die Nase vorn, das wollte Yaschar so nicht stehen lassen“, sagte Dieter Otto hinterher. So erhielt Jamali 4:1-Wertungen vom nicht immer souveränen Mattenleiter Dirk Steinle, gewann 2:0 und brachte sein Team damit das erste und einzige Mal an diesem Abend in Führung. Zuvor siegte Max Otto ebenfalls 2:0, es stand 8:7 für die Eintracht.

In Halbzeit eins punkteten die wie stets zuverlässigen und bärenstarken Zviad Metreveli und Robin Pelzer zum 4:7-Halbzeitstand. Bis dahin fühlte sich vor allem Martin Otto im Kampf gegen den ehemaligen Walheimer Teamkollegen Nico Brunner vom Mattenrichter benachteiligt. Teamsprecher Otto: „Schade, dass der in vielen Situationen unsichere Kampfrichter hier Martin ordentlich benachteiligt hat.“ Martin war nach dem Kampf dann auch ziemlich frustriert.

In Durchgang zwei blieb es bei den beiden Erfolgen für Max Otto und Jamali. Dann mussten nacheinander ein an diesem Abend schwacher Edgar Babayan, erstmals in dieser Saison auch Robert Fritsch und ein überforderter Ersatzmann Rabbia Khalil, der für U 23-EM-Teilnehmer Alberts Jurcenko ins Team gerückt war, ihre Kämpfe abgeben. „Jurcenko ist nächste Woche zum Kampf in Nackenheim wieder dabei. Wir werden weiter alles geben – bis zum Saisonende“, versprach Jamali.

Walheim - Witten 8:17: 57 kg/GR: Dennis Schmitz - Arthur Eisenkrein 0:4; 61 kg/F: Purya Jamali - Ramzan Awtaew 0:2; 66 kg/GR: Robin Pelzer - Perica Dimitrjevic 2:0; 71 kg/F: Yaschar Jamali - Alexander Storck 2:0; 75 kg/GR: Robert Fritsch - Ilie Cojocari 0:2; 75 kg/F: Rabbia Khalil - Ibro Cakovic 0:4; 80 kg/GR: Edgar Babayan Daniel Aleksandrov 0:4; 86 kg/F: Maximilian Otto - Ufuk Canli 2:0; 98 kg/GR: Martin Otto - Nico Brunner 0:1; 130 kg/F: Zviad Metreveli - Imants Lagodskis 2:0

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