Volleyball: Eine weitere Saison, eine weitere Medaille

Volleyball : Eine weitere Saison, eine weitere Medaille

Die Ladies in Black Aachen ziehen ein Fazit zu einer alles anderen als gewöhnlichen Spielzeit.

Am lapidarsten hatte es Libera Kirsten Knip nach dem letzten Saisonspiel der Ladies in Black Aachen und der folgenden Ehrung mit der Bronzemedaille für den Drittplatzierten um die Deutsche Meisterschaft zum Ausdruck gebracht. „Eine weitere Saison, eine weitere Bronzemedaille, die um meinen Hals baumelt“, hatte die Niederländerin auf ihrem Instagram-Account gepostet. Dass das erneute Erreichen des Halbfinales allerdings alles andere als selbstverständlich war, wurde deutlich, als Hallensprecher André Schnitker im PTSV-Restaurant bei der Ehrung und Verabschiedung der Mannschaft, die es so nicht mehr geben wird, einen Talk mit allen elf Bronze-Ladies gab.

Die höchste Ehre gab es dabei aus dem Mund des Moderators selbst: „Ich habe schon viel erlebt im Volleyball, und es gibt Spielzeiten, die bleiben das ganze restliche Leben hängen. Ich bin sicher, die vergangene Spielzeit ist eine davon“, beschrieb Schnitker eine Saison, die mit drei Siegen in Dresden sicher ihren sportlichen Höhepunkt hatte, mit vielen Verletzungen und Erkrankungen im Spiel mit der Not-Mannschaft in Suhl aber auch ganz dunkle Stunden erlebte.

Zumindest für die meisten, denn für Knip, die als gelernte Libera für die beiden erkrankten Zuspielerinnen in der Spielregie einspringen musste, war das Suhl-Spiel auch ein bemerkenswertes Ereignis. „Ich war noch nie vor einer Begegnung so aufgeregt“, schilderte die 26-Jährige ihre Erinnerung an dieses einmalige Ereignis. Lernen musste die Niederländerin, „dass ich als ältere Spielerin auch Anführerin bin, auch in der Defensive“.

Für ihre jüngeren Mitspielerinnen wie Maja Storck oder Jodie Guilliams waren die Herausforderungen der Bundesliga auch die Chance, sich spielerisch und menschlich zu entwickeln. „Meine Eltern sind stolz auf mich, sie haben gesehen, dass ich ein Fighter und stärker geworden bin“, meinte etwa die 21-jährige Belgierin. Und die Entwicklung, die „Hammer“ Storck genommen hatte, schilderte Zuspielerin Denise Imoudu: „Wenn Maja wütend war, wusste man, dass man ihr unbedingt den Ball zuspielen muss.“

Erfolg fordert seinen Preis

Dass der Erfolg allerdings auch seinen Preis fordert, machte Sportdirektor Sebastian Gutgesell dann mit seinen Worten an die zahlreich erschienenen Fans deutlich: „Wir haben leider nicht das Budget der großen Vereine. Wenn die anklopfen und rufen, muss man auch die Spielerinnen verstehen, wenn sie wechseln wollen“, bereitete Gutgesell die „Nummer sieben“ auf den Zuschauerrängen darauf vor, sich in der kommenden Saison wieder an viele neue Gesichter und Namen gewöhnen zu müssen. „Aber wir haben zumindest mittlerweile ein gutes Standing in der Liga.“

Wie sich die Trennung anfühlt, verdeutlichte Co-Trainer Erik Reitsma, der seinen Abschied bereits verkündet hatte. „Erst wird einem klar, das war das letzte Spiel, momentan fühlt es sich komisch an, und in ein, zwei Monaten werde ich sicher denken ‚Sch...’.“

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