Aachen: Diesmal reist die FG als Favorit in die Höhle des Löwen

Aachen : Diesmal reist die FG als Favorit in die Höhle des Löwen

Natürlich — rein rechnerisch ist noch nichts entschieden. Aber sollte die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/Boston-Club Düsseldorf auch beim dritten Zweitliga-Turnier am Samstagabend in Ludwigsburg wieder Platz eins belegen, dürfte ihr der direkte Wiederaufstieg kaum zu nehmen sein.

Doch an Ludwigsburg hat das Team von FG-Cheftrainer Torben Bölk schlechte Erinnerungen. Vergangene Saison belegte man hier als DM-Fünfter überraschend nur Platz sieben hinter dem 1. TC Ludwigsburg und beim zweiten Turnier in dieser Halle sogar nur den letzten Rang, diesmal auch hinter dem zweiten Ludwigsburger Team, Residenz, das Ende vergangener Saison mit Aachen den Weg in Liga zwei antreten musste.

Hinter dem Aachener Zweitliga-Spitzenreiter, der bisher alle Platzziffern eins mit seiner Choreographie „The Great Gatsby“ erhielt, belegt Residenz aktuell Platz zwei, musste aber je einmal eine Platzziffer zwei an Aufsteiger Bietigheim abgeben. Ob man diesmal erneut den Heimvorteil gegen Aachen/Düsseldorf nutzen kann?

„Ich habe uns auch vor einem Jahr dort nicht auf dem letzten Platz gesehen“, war und ist Bölk die damalige Wertung unverständlich, die Aachen letztlich den Klassenerhalt um gerade einmal 0,5 Punkte kostete. Diesmal kommt man als Favorit — und darf auch mit breiter Brust auf die Fläche gehen. Gerade weil beim letzten Turnier in Bietigheim nicht alles klappte, man aber einen Sturz — eine Tänzerin war beim Bodenwischer in ihrem Kleid hängegeblieben — cool überspielte.

„Das ganze Team hat professionell reagiert, nach dem Sturz lief alles perfekt weiter, auch die Pirouetten wurden gestanden“, kann Bölk in Ludwigsburg auf einen ähnlichen Schreckmoment aber gut verzichten. Im Gegenteil, der Favorit möchte mit einem weiteren klaren Sieg auf die Zielgerade in Richtung Aufstieg einbiegen.

Deshalb wurden — trotz rheinischen Karnevals — die Zügel nicht schleifen gelassen. „Wir haben auch an Fettdonnerstag trainiert. Das war ja das Abschlusstraining, und gewonnen haben wir noch nichts“, sagt der Cheftrainer, der sich bereits am Freitagabend mit seinem Team auf den Weg Richtung Ludwigsburg machte.

Ein Vorteil: Wie schon vor zwei Wochen vor dem Turnier in Bietigheim übernachtet man im gleichen Hotel in Stuttgart. Bölk: „Es ist gut für die Mannschaft, dort kennt sie sich, und die zeitlichen Abläufe bleiben die gleichen.“ Nur dass es danach eben in die Ludwigsburger Rundsporthalle geht. „Ich freue mich darauf, mit dem vergangenen Jahr habe ich abgeschlossen, ich schaue nach vorne.“

Im Training der vergangenen beiden Wochen legte der Coach den Fokus vor allem auf die erste Samba, die „ich noch rhythmischer getanzt sehen möchte. Und wir haben den Wind und die Pirouetten auf Umschlag trainiert — sprich, dass die Drehumfänge bei allen Paaren gleich sind.“ Kleine Verbesserungen gibt es auch im Roundabout.

„Wir haben keine großen Baustellen, an Kleinigkeiten kann man aber immer noch feilen“, so Bölk, der nach der nächtlichen Rückfahrt aus Ludwigsburg sich gleich in Richtung Frankfurter Flugplatz begeben muss. Für eineinhalb Wochen geht es beruflich nach Indien. Bölk lacht: „Ich habe den Termin genau zwischen die beiden Bundesliga-Turniere gelegt, damit ich keinen unserer Auftritte verpasse.“ Denn am 24. Februar steht in Rüsselsheim bereits das vierte Zweitliga-Turnier auf dem Programm.