Breinig: Die nächste Lehrstunde für Alemannias U17

Breinig: Die nächste Lehrstunde für Alemannias U17

Bundesliga-Fußball in Breinig — und das Interesse war beachtlich. Alemannia Aachens U 17 bestritt ihr erstes Heimspiel auf der Schützheide, der Heimat des Mittelrheinliga-Aufsteigers SV Breinig. Über 200 Zuschauer wollten die Partie des Aufsteigers sehen, der das etablierte Team von Borussia Mönchengladbach erwartete.

Und die Fohlen waren für den Aufsteiger — wie vier Tage zuvor auch der 1. FC Köln — noch eine Nummer zu groß: 0:5 unterlagen die Schwarz-Gelben bei ihrer „Heimpremiere“ in Breinig.

Schon beim Liga-Auftakt in Köln hatte das Team von Udo Lipka noch zu viel Respekt vor dem Gegner mit dem klangvollen Namen gezeigt. Ähnlich traten die jungen Fußballer, die in der vergangenen Saison größtenteils mit Alemannias U 16 noch in der Bezirksliga gespielt hatten, auch gegen Mönchengladbach auf. Ein verunglückter Rückpass brachte die Aachener auf die Verliererstraße: Im Duell gegen Noah Oke Eyawo musste Aachens Keeper Marcel Johnen weit rauskommen, rutschte aus, und der überragende Jonas Pfalz (11.) musste nur ins leere Tor einschieben.

Pfalz, der auffälligste Akteur auf dem Platz, leitete mit einem Sturmlauf über links, bei dem er nicht gestört wurde, das 2:0 ein, diesmal vollendete Ryan-Segon Adigo, der direkt nach der Pause (47.) auch einen Freistoß von der Strafraumgrenze sicher verwandelte.

Das Manko der Aachener: Sie standen meist zu weit weg, gingen nicht konsequent in die Zweikämpfe und hatten dem schnellen Umschaltspiel der Gladbacher wenig entgegenzusetzen. Verständlicherweise um so erstaunter war Aachens Coach Udo Lipka hinterher, dass sich Gästetrainer Hagen Schmidt über das „dreckige Spiel“ der Gastgeber beschwerte.

Im gesamten Spiel hatte es genau eine Gelbe Karte gegeben. Nach der Pause legten die Aachener ein wenig den Respekt ab, versuchten sich auch mal mit — harmlosen — Torschüssen. Konsequenter waren die Gäste: Eyawo (51.) erhöhte aus dem Gewühl, und Rocco Reitz (90.) nahm ein schönes Zuspiel an und vollendete volley zum 5:0.

„Auf dem Niveau werden alle individuellen Fehler gleich bestraft. Beim zweiten Tor machen wir nicht mal ein taktisches Foul, beim dritten treten alle über den Ball, beim vierten keiner diesen weg“, bemängelte Lipka, der defensiv mit 5-3-2 und offensiv mit 3-5-2 agieren ließ. „Wir haben erst zum dritten Mal auf Rasen gespielt, trotzdem darf man nicht so einen Rückpass spielen. Der leitete die Niederlage ein.“ Das Problem ist erkannt. „Vergangene Saison haben die Jungs mehr aus der Defensive heraus gespielt. In der Bundesliga geht alles einen Tick schneller, offensiver.“

Stiller Beobachter war Aimen Demai, der Aachens U 17 im Juni in die Bundesliga geführt hatte, aus beruflichen Gründen aber kürzer treten muss. Allerdings ist aus „seinem“ Team altersbedingt kein Akteur mehr dabei. „Wir haben mit angezogener Handbremse gespielt, haben zu wenig Risikobereitschaft gezeigt“, bemängelte Demai.„In Köln haben wir schon gelernt, und heute haben wir noch mehr gelernt.“

Aktuell reden die Verantwortlichen der Alemannia und von Breinig über eine Kooperation. „Wir hatten schon gute Gespräche, müssen das Ganze noch vertraglich festzurren“, erläuterte der Ex-Profi, am Tivoli weiter für den Leistungsbereich zuständig und Bindeglied zwischen dem Nachwuchs und der ersten Mannschaft. „Wichtig ist bei einer Kooperation eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und dass sie gelebt wird.“

Alem. Aachen: Johnen - Kowalewicz, Arndt, Zuhs (50. Culum) - Jansen, Seke, Klein, Leferink (50. Wadnakssi), Schröder (64. Akbay) - Yilmaz (55. Khan), Saengersdorf