Bundesliga-Auftakt: Lateinformation Aachen/Düsseldorf wird Fünfte

Lateinformation : Als verschworenes Team auf der Fläche

Die Lateinformation der FG Aachen/Düsseldorf wird zum Bundesliga-Auftakt Fünfte. Der 1. TSZ Velbert gewinnt das Heimturnier.

Als die sieben Wertungsrichter ihre Tafeln in die Luft hielten, ging die Post ab. Die Velberter Tänzer und ihre Fans tobten, und Bremens Coach Roberto Albanese ging gleich drei Mal an die Fläche, um einen entgeisterten Blick auf die Tafeln zu werfen. 1-2-1-2-1-1-2 stand da – es war die Wertung für Gastgeber 1. TSZ Velbert, der das Auftaktturnier zur Bundesliga der Lateinformationen knapp gewann. Für Albanese war das ein lange nicht erlebtes Gefühl in der Bundesliga: Zuletzt war der achtfache Weltmeister Grün-Gold-Club Bremen am 11. Februar 2012 unterlegen – der FG Tanzsportzentrum Aachen/Düsseldorf. Auch die jubelte in Solingen, wenn auch verhaltener. Ein sicherer fünfter Rang mit allen Platzziffern fünf ist der erste wichtige Schritt zum Saisonziel des Wiederaufsteigers: dem Klassenerhalt.

„Ich bin zufrieden, das waren zwei schöne Durchgänge, im Gegensatz zur DM waren wir viel sicherer. Aber da geht noch mehr“, richtet FG-Cheftrainer Torben Bölk den Blick gleich nach vorne. „Wir hatten im Finale zwar zum Schluss einen kleinen Wackler, der war aber nicht ausschlaggebend. In der Vorrunde wollten wir alles richtig machen, das hat man gemerkt, im Finale haben wir freier getanzt. Das wünsche ich mir beim nächsten Turnier auch für die Vorrunde, und dann, dass wir im Finale noch einen draufsetzen.“ Zufrieden durfte Bölk auch sein, seine einfühlsame Choreographie „Loveletters“, mit der der Wiederaufsteiger bei der Deutschen Meisterschaft im November auf Anhieb Platz fünf belegt hatte, kam beim Publikum und beim Wertungsgericht erneut gut an. Ein Platz im großen Finale und erneut Platz fünf zum Auftakt der Bundesliga – da muss man sich um den Abstieg keine Gedanken machen. Denn der Sechste Backnang hatte im kleinen Finale sogar eine Wertung an den Siebten 1. TC Ludwigsburg abgeben müssen.

Nach unten scheint – eine gute Leistung vorausgesetzt – also Luft zu sein. Nach oben allerdings auch, zumindest war es im Finale so. Hatte die FG sich nach der Vorrunde noch Hoffnung gemacht, die eine oder andere Platzziffer vier zu ergattern, zerstörte die TSG Bremerhaven diese mit einem derart präzisen Durchgang, das sie ihrerseits dem DM-Dritten BW Buchholz drei Wertungen abnahm und knapp an Platz drei vorbeischrammte. Ein Warnschuss für Buchholz. Im Kampf um Platz eins hatte Bremen zwar erneut das technisch und tänzerisch bessere Programm gezeigt, Velbert hatte sein Heimturnier aber mit viel Herzblut getanzt und wohl deshalb die Richter knapp überzeugt. Am Ausgang der Bundesliga dürfte das aber kaum etwas ändern, da wird der Weltmeister und Titelverteidiger wohl wieder oben stehen.

Bei der Ehrung stand Heiko Samlowski besonders im Blickpunkt: Der 29-jährige Aachener hatte sein 75 Formationsturnier getanzt. Das ist eine enorme Zahl bedenkt man, dass es fünf Liga-Turniere pro Jahr sind und nur die Bundesligisten mit der DM und im besten Fall der EM und WM maximal acht Auftritte im Jahr haben. „Natürlich liebäugele ich damit, die 100 voll zu machen. Mal sehen, was noch geht“, sagte Samlowski lachend. Vor 14 Jahren hatte er beim Tanzsportzentrum Aachen seine Karriere begonnen, war nach der Abspaltung aber mit zu Blau-Silber Aachen gewechselt, nach der Fusion zu Schwarz-Gelb und nach einer Zwischenstation – der Liebe wegen – beim Team in Neuss wieder beim TSZ gelandet.

Ehrung für 75 Turniere: Heiko Samlowski. Mit ihm freut sich das Trainerteam Marion Kegenhoff (von links), Sandra Caspers und Torben Bölk. Foto: Jürgen Karl

„Unsere Vorrunde war sehr solide. Ich denke, wir haben es gut auf die Fläche gebracht, dass wir ein echtes Team sind“, analysiert der erfahrene Tänzer. „Das Finale war für mich persönlich schwierig, da ich ein paar kleine Stellungsfehler hatte und mit mir selbst nicht ganz zufrieden bin. Das Gesamtbild und die Stimmung im Team waren aber besser.“

Ein Team – das macht die aktuelle Formation aus. „Es macht Spaß das zu sehen“, sagt „Co“ Marion Kegenhoff. „Die Tänzer haben die Choreographie exakter, mehr auf den Punkt, emotionaler und vor allem geschlossener getanzt – eben wie ein verschworenes Team.“

FG-Team: Philipp Florack/Laura Karsch, Fabian Förster/Katharina Schumann, Andy Jekel/Rebecca David, Heiko Samlowski/Nenita Behr, Sebastian Schmitz/Anastasia Karimov, Erik Soeterboek/Pia Pokorny, Yuriy Solovyov/Tamara Wagner, Julian Tatar/Vanessa Rüdingloh Trainer: Torben Bölk, Margot Kegenhoff, Sandra Caspers

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