Breinig: BSR-Radsporttag: Nach 42 Runden das Hauptfeld eingeholt

Breinig : BSR-Radsporttag: Nach 42 Runden das Hauptfeld eingeholt

Kein Unglück, sondern die Vorentscheidung hat die 13. Runde im Hauptrennen des BSR-Radsporttags in Stolberg-Breinig dem späteren Sieger gebracht. Im stark besetzten Fahrerfeld galten die Teams Kern-Haus und Kom-Sport Köln als favorisiert, doch es war Justin Wolf, der früh im Rennen einen Fluchtversuch startete.

Der Fahrer vom Team Sportforum Düsseldorf/Kaarst-Büttgen setzte sich in Runde 13 vom Hauptfeld ab und überraschte die Konkurrenz mit einem furiosen Alleingang. Nach 33 gefahrenen Runden in Breinig war Wolfs Vorsprung auf eine Minute angewachsen, und in der 42. Runde holte er das Hauptfeld sogar ein.

Der Sieg war Wolf jetzt nicht mehr zu nehmen, die Zieleinfahrt nach 72 Kilometern aber dennoch spannend, denn beim Sprint um den zweiten Platz ging es dermaßen knapp zu, dass die Fahrer selbst nicht wussten, wer das Rennen gemacht hatte. Erst das Zielfoto brachte Klarheit: Peter Richter (Berthold Rad Team) aus Cottbus belegte Rang zwei und verwies den Stolberger Lokalmatador Robert Retschke (Lotto — Kern-Haus) um Millimeter auf den dritten Platz.

An alter Wirkungsstätte

Der Held des Finales beim BSR-Radsporttag aber war zweifelsfrei Justin Wolf, der ein grandioses Comeback an alter Wirkungsstätte feierte. Als Kontinental-Radprofi fuhr Wolf 2013 für das damalige Stolberger Team Quantec Indeland, wechselte dann aber zu Bike Aid und pausierte ab 2015 als Profi.

Nun ist Justin Wolf zurück und ließ als Sechster bei der Deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren, die Tony Martin Ende Juni gewann, bereits aufhorchen. Beim BSR-Radsporttag düpierte der 25-Jährige, der gebürtig aus Dortmund stammt, die Konkurrenz regelrecht, wobei das Hauptfeld alles andere als ein „Bummelzug“ war.

„Dieses Finale war definitiv das schnellste Rennen, das jemals in Stolberg gefahren wurde“, meinte Rennleiter Markus Ganser, und die Zahlen bestätigen ihn: Justin Wolf fuhr die 72 Kilometer auf dem kurvigen Rundkurs in weniger als 1,5 Stunden (1:28:16,51 Stunden), war also über 60 Runden mit einem Schnitt von 49 Stundenkilometern unterwegs.

Und die frühe Flucht des Siegers war durchaus geplant: „Meine Form stimmt, und ich habe von Beginn an gemerkt, dass ich heute wirklich gute Beine habe“, sagte Wolf nach dem Rennen und fügte bescheiden hinzu: „Und dann ist es ganz gut gelaufen.“

Dies galt auch für Aaron Grosser vom Team Sauerland, der vor dem Hauptrennen das Einzelzeitfahren gewonnen hat. Im Kampf gegen die Uhr benötigte er für die 500 Meter lange Strecke 34,75 Sekunden und siegte vor Oliver Johr aus Würselen (Stevens Racing; 35,07) und Peter Richter (Berthold Rad; 35,12),

Ein weiterer Höhepunkt war das Derny-Rennen auf der Straße, in dem sich auf den letzten drei Runden eine Dreiergruppe absetzte. Per Christian Münstermann aus Langerwehe-Heistern, der für das Team Sauerland fährt, Aaron Grosser und Robert Retschke machten den Sieg unter sich aus. Retschke, der am Wochenende zuvor Dritter der Steher-DM geworden war, spielte dabei seine Routine aus und gewann mit einer Zehntelsekunde vor Münstermann und einer halben Sekunde vor Grosser. Nach seinem erfolgreichen Heimspiel in Breinig kommentierte Retschke trocken: „Manchmal kann ich‘s halt noch . . .“