Boxer Jama Saidi aus Düren will Europameister bleiben

Zum dritten Mal : Jama Saidi aus Düren will Europameister bleiben

„In spätestens fünf Jahren will ich in der Weltspitze boxen“, kündigte er 2015 an. Am Samstag kann Jama Saidi seinem Ziel einen großen Schritt näher kommen.

Denn: Der 25-jährige Boxer aus Düren verteidigt am 16. Februar in der CGM Arena in Koblenz seinen Europameistertitel im Superweltergewicht (bis 69,8 Kilogramm) gegen den Armenier Arman Torosyan. Auf zwölf Runden ist der Titelkampf der International Boxing Federation angesetzt. Die IBF gehört zu den größten vier Weltverbänden im Profiboxen.

Das Pikante an diesem Duell ist: Es handelt sich um den zweiten Kampf zwischen den beiden Männern. Den ersten bezeichnet Jama Saidi als den „emotionalsten“ seiner Laufbahn. In Gütersloh, der Heimatstadt des Armeniers, gewann der Dürener im März des vergangenen Jahres zehn der zwölf Runden und entthronte Torosyan. Der durfte sich bis zum letzten Gongschlag Europameister nennen. Dann aber ging der Titel an Saidi.

„Dieser Kampf in der Höhle des Löwen katapultierte mich direkt in die internationale Ebene“ sagte Saidi. 1000 Prozent habe er in Ostwestfalen geben müssen, kämpfte der junge Afghane mit deutscher Staatsbürgerschaft doch nicht nur gegen den routinierten Armenier, sondern auch gegen etliche hundert Anhänger von Torosyan . Die aber verstummten im Lauf des Kampfes immer mehr und schwenkten in das wesentlich kleinere Fanlager des Düreners über: „Das hat mich noch mehr angetrieben“, erinnert sich Saidi.

In der Zwischenzeit hat der 25-Jährige, der eine Ausbildung als Physiotherapeut abgeschlossen hat („Es könnte ja sein, dass ich meine Karriere von heute auf morgen beenden muss.“), seinen Titel zweimal erfolgreich verteidigt. Nun steht die dritte Titelverteidigung an. In der einen Ringecke der zehn Jahre jüngere Boxer, der seine Pluspunkte im 15. Kampf in der mentalen und konditionellen Stärke und der größeren Schlagkraft sieht, in der anderen Ringecke der ausgebuffte Routinier.

Die Taktik des Düreners ist klar: „Mir ist ein sicherer Sieg wichtig, kein schneller.“ Für den 35-jährigen Torosyan sei der Kampf in Koblenz praktisch die letzte Chance, noch einmal zu Titelehren zu kommen. Deshalb gelte: „Ich werde die zwölf Runden powern und versuchen, ihn mental und psychisch unter Druck zu setzen.“

Mit der dritten Titelverteidigung würden die Chancen von Saidi weiter steigen, an die Weltspitze zu gelangen. Sein Verband führt ihn an Nummer 54, bei einem Sieg würde er in die 30er-Plätze rutschen. In anderthalb Jahren, so sein Ziel, will er zu den zehn besten Boxern gehören – und um die Weltmeisterschaft kämpfen. Und so sind – Titelverteidigung vorausgesetzt – für dieses Jahr drei bis vier weitere Kämpfe geplant: „Ich möchte den Interkontinentaltitel gewinnen, dann wäre ich Herausforderer des Weltmeisters.“

Der Boxabend mit Jama Saidi wird Samstag ab 21 Uhr auf Sport1 übertragen.

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