Tennis-Bundesliga: Blau-Weiss Aachen fordert den Meister heraus

Tennis-Bundesliga : Blau-Weiss Aachen fordert den Meister heraus

Der Bundesliga-Aufsteiger Blau-Weiss Aachen misst sich am Freitag mit dem amtierenden Meister GW Mannheim. Der TK Kurhaus Aachen reist als Tabellenführer zum Spiel nach Krefeld.

Das erste Pflichtspiel verloren, aber in der Fremde beim TC Weinheim die Tauglichkeit für die erste Bundesliga bewiesen. Aufsteiger Blau-Weiss Aachen steht am Freitag (13 Uhr) vor der nächsten Bewährungsprobe: Der Deutsche Meister GW Mannheim reist an und will auf der Anlage am Luxemburger Ring selbst den zweiten Sieg und dem Gastgeber die zweite Niederlage verpassen. Bisher lautet die Bilanz zwischen dem Bundesliga-Dino, der seit 43 Jahren dem Oberhaus angehört, und den Gastgebern, die in ihrem dritten Erstligajahr agieren: Mannheim hat einmal gewonnen, Aachen ein Match unentschieden gestalten können.

„Wer Deutscher Meister ist, gehört automatisch zu den Favoriten um den Titel“, sieht Marc Zander, der Teamchef der Blau-Weißen, seine Formation in der Außenseiterrolle. Aber: Aachen musste zum Saisonauftakt auf seine Nummer zwei und die Nummer drei verzichten: Tallon Griekspoor und Thiemo de Bakker, die beiden Niederländer, sind heute aber mit von der Partie. Und Zander weist direkt auf ein Highlight hin: Mannheim reist mit seiner Nummer zwei, dem Serben Dusan Lajovic, an. Die Nummer 36 der Weltrangliste, ist sich Zander sicher, wird gegen Griekspoor sein ganzes Können aufbieten müssen, um den Aachener in Schach zu halten. „Tallon hat schon bewiesen, dass er in der erweiterten Weltspitze mithalten kann“, freut sich Zander auf die sportliche Auseinandersetzung. Mit von der Partie wird auch Zizou Bergs sein, der sich beim Auftaktmatch den Knöchel verstauchte. Auf seine Doppelspezialisten Sander Gille und Joran Vliegen kann Zander ebenfalls setzen. Ihre Spielpartner will er – verständlicherweise – nicht verraten. Stellt sich nur noch die Frage nach dem Wetter: Regen, Blitz und Donner drohen. Zander: „Wir wollen auf jeden Fall draußen spielen.“

Ein „Krimi“ für den TK Kurhaus?

Auch sein Managerkollege Alex Legsding hat den Wetterbericht in den vergangenen Tagen ausführlich studiert. Und ist ebenfalls zu keinem erfreulichen Ergebnis gekommen. „Ich befürchte, dass wir wie 2005 in die Halle gehen müssen. Damals ist die komplette Anlage in Krefeld abgesoffen“, erinnert sich der Teamchef des TK Kurhaus Aachen. Einen Nachteil, dass seine Spieler auf Teppich gegen die Blau-Weißen antreten müssen, sieht er nicht. Im Gegenteil. „Wir haben gute Spieler für diesen Belag“, sagt Legsding. „Für die Zuschauer wäre es aber eine Schande, wenn so ein Event in der Halle stattfinden würde.“

Es zeichnet sich nämlich ab, dass beide Mannschaften heute (13 Uhr) ihre Topspieler an den Start bringen: Abgesehen vom Spanier Roberto Bautista-Agut, der sich in Wimbledon sensationell ins Halbfinale gespielt hat, stehen dem Lambertz-Team alle Hochkaräter zur Verfügung. Denn neben Pablo Cuevas und Steve Darcis wird auch der deutsche Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff erstmals aufgeboten.

Legsding geht davon aus, dass Krefeld mit einem „Wahnsinnsaufgebot“ dagegenhalten wird: Der Italiener Marco Cecchinato, die Nummer 41 der aktuellen Weltrangliste, ist nach dem Spiel gegen den Gladbacher HTC (3:3) am Sonntag direkt im Stadtwald geblieben und hat dort diese Woche trainiert. Und am Dienstag gesellte sich dann mit dem Chilenen Christian Garin (ATP-Ranking 34), der in der vergangenen Saison noch für Kurhaus aufgeschlagen hat, ein starker Sparringspartner hinzu.

Die Aachener gehen nach dem Auftaktsieg gegen Rot-Weiß Köln (4:2) als Tabellenführer in die Partie, „und ich hätte nichts dagegen, wenn wir das auch nach dem Spiel noch wären“, sagt Legsding und lacht. „Ich erwarte einen Krimi – unabhängig davon, ob wir in der Halle oder draußen spielen.“ Wie die genaue Aufstellung aussehen wird, hänge viel vom Wetter ab; fest steht aber, dass neben Struff, Cuevas und Darcis auch Cedrik-Marcel Stebe, Tim Pütz und Nils Langer mit nach Krefeld reisen werden.

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