Bernd Neuendorf neuer FVM-Präsident

Fußball : Alfred Vianden übergibt das Kommando

Der Wechsel an der Spitze des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) ist vollzogen. Nach zwölf Jahren im Präsidentenamt verabschiedete sich Alfred Vianden in den ehrenamtlichen Ruhestand.

Die 143 Delegierten aus den neun Fußballkreisen wählten Bernd Neuendorf auf dem harmonischen Verbandstag in der Sportschule Hennef einstimmig zu Viandens Nachfolger. Vianden wurde mit Standing Ovations zum FVM-Ehrenpräsidenten ernannt und erhielt die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes und den Ehrenring des Landesportbundes.

Der 57-jährige Neuendorf musste lange warten, ehe der Tagesordnungspunkt „Wahl des Präsidenten“ an der Reihe war. Über vier Stunden lang hatte sich der Verbandstag schon hingezogen, ehe die wichtigste Entscheidung fiel. Grußworte, Ehrungen und Anträge hatten das Durchhaltevermögen der Delegierten bei hochsommerlichen Temperaturen auf eine harte Probe gestellt. Aber als Neuendorf gefordert war, hielt er eine brillante Bewerbungsrede.

Schwerpunkte seiner Arbeit

In diesen 20 Minuten arbeitete er alle Themen ab, die in seiner Amtszeit die Schwerpunkte sein werden. Die Verbesserung der Sport-Infrastruktur, Stärkung des Fußballs und seiner Bedeutung für den sozialen Zusammenhang, Integration, Inklusion, Digitalisierung  und die Förderung des Ehrenamtes nannte Neuendorf, der mit seiner Familie in Bonn lebt, aber aus Düren stammt und dort Mitglied des FC Grenzwacht Hürtgen ist.

Die anschließende Wahl war nur noch eine Formsache, zumal er der einzige Kandidat war. Dennoch bedachten ihn die Delegierten mit viel Beifall. Zu den ersten Gratulanten zählten sein Vorgänger Vianden und DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge. „Ich habe Respekt vor der Aufgabe, aber keine Angst“, sagte der neue FVM-Chef. „Die Basis für die Arbeit ist großartig.“

Neuendorf weiß, wovon er redet. Gemeinsam mit Vianden hatte er sich in den vergangenen Wochen und Monaten in allen Kreisen vorgestellt und das Gespräch gesucht. Der frühere Staatsekretär im NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport hat sich akribisch auf sein neues Amt vorbereitet.

Auch die weiteren Wahlen brachten keinerlei Überraschung. Hans-Christian Olpen (Köln) und Johanna Sandvoß (Rhein-Erft/für Jürgen Aust) sind die Vizepräsidenten, Ewald Prinz (Euskirchen) bleibt Schatzmeister.

Neu in der Führungsriege sind Kamil Niewiadomski (Sieg) als Vorsitzender des Rechts- und Satzungsausschusses), Helmut Waldhaus (Heinsberg), der den Ausschuss für Freizeit- und Breitensport leitet, Anja Vianden (Bonn) als Präsidiumsmitglied für Digitalisierung, und Mark Degenhardt (Euskirchen) als Vertreter der jungen Generation. Anja Hompesch (Aachen/Frauenfußball), Rudi Rheinststädtler/Jugend) und Peter Oprei (Aachen/Schiedsrichter) wurden als Ausschussvorsitzende wiedergewählt.

Zu Beginn des Verbandstages hatte die Verabschiedung von Alfred Vianden großen Raum eingenommen. Vianden, der den FVM nach der konfliktbeladenen Zeit unter seinem Vorgänger Karl-Josef Tanas wieder befrieden konnte, hat den Verband in seiner zwölfjährigen Amtszeit geprägt und fit für die Zukunft gemacht. „Alfred Vianden hinterlässt tiefe Spuren“, würdigte Neuendorf dessen Wirken. „Er hat dafür gesorgt, dass der FVM ein sehr innovativer Verband ist.“

Mit Vianden ging ein ausgewiesener Teamplayer. Einer, dem der Kontakt zur Basis, den Kreisen und Vereinen, das Fundament seiner Arbeit war. Das würdigten alle Redner an diesem heißen Samstag in Hennef. Und der neue FVM-Kapitän Neuendorf versprach, dass er auch in diesem Punkt für Kontinuität steht. Vianden hinterlässt ein gut bestelltes Feld, das Neuendorf weiterentwickeln muss, um den siebtgrößten Landesverband im DFB in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Mehr von Aachener Zeitung