Wasserspringen: Als Lohn gibt es drei EM-Tickets

Wasserspringen : Als Lohn gibt es drei EM-Tickets

Der Wasserspringer-Nachwuchs des SV Neptun Aachen kehrt mit 16 DM-Medaillen zurück.

Seit 2001 ist Alexander Neufeld Trainer beim SV Neptun Aachen. In der Zeit hat der 66-Jährige viele Talente betreut und aufgebaut. Und zahlreiche Medaillen mit seinen Schützlingen gewonnen. Zufrieden war der Coach trotzdem nicht immer, wenn der Nachwuchs der Wasserspringer nicht das abrief, was er tatsächlich konnte. „Ich bin in den vergangenen Jahren nicht immer zufrieden gewesen – jetzt bin ich es“, unterstreicht Neufeld lachend.

 „Ich habe meinen Springern Aufgaben gestellt, habe von Julia, Moritz und Jaden gefordert, dass sie Erste werden – und das haben sie umgesetzt“, freut sich Neufeld, dass seine Schützlinge ihr Potenzial abriefen. Von der DM der A- und B-Jugend im Wasserspringen in Halle/Saale kehrten die fünf Aachener Starter mit sechs Gold-, acht Silber- und zwei Bronzemedaillen zurück. Zudem qualifizierten sich Julia Deng, Jaden Eikermann und Moritz Wesemann für die Jugend-EM Ende Juni in Kazan/Russland.

Es sind nicht alleine die Medaillen, die Neufeld zufrieden stellen. „Julia war 2018 Dritte der offenen DM. Jetzt ist sie im Nachwuchsbereich die Nummer eins, hat zwei Mal die Norm vor Lisa Hentschel geholt“, erläutert der Coach. „Moritz ist im Fokus von Bundestrainer Lutz Buschkow, der sogar eine Nominierung für die EM der Erwachsenen in Aussicht stellt. Und Jaden springt mit seinen erst 14 Jahren schon eine Serie wie nur wenige. Er hat gute Chancen bei der DM in Aachen.“ Die Titelkämpfe in der offenen Klasse finden vom 29. Mai bis 2. Juni in der Ulla-Klinger-Halle statt.

Moritz Wesemann (A-Jugend) zeigte sich in Halle in guter Form. Nach den Pflichtsprüngen vom Drei-Meter-Brett kämpfte er sich von Platz vier in der Kür Sprung für Sprung vor und übernahm mit einem hervorragenden gehechteten dreieinhalbfachen Vorwärtssalto nach dem neunten Sprung die Führung. Diese verteidigte er mit den beiden letzten Sprüngen hauchdünn und siegte mit 0,35 Punkten vor Karl Schöne (Dresden).

Vom Ein-Meter-Brett gelang der dreieinhalbfache Salto vorwärts Wesemann nicht so gut, und es sah lange nicht nach einem Sieg aus. Aber der junge Aachener behielt die Nerven, zog mit dem letzten Sprung, einem eineinhalbfachen Auerbachsalto mit zweieinhalb Schrauben, noch an dem Leipziger Vincent Wiegand vorbei und holte sich seine zweiten nationalen Meistertitel.

Souveräner Turmsieg

Jaden Eikermann (B-Jugend) führte im Turmwettkampf vom ersten bis zum letzten Sprung und siegte souverän. Der 14-Jährige springt als Einziger seines Jahrgangs sieben von neun Sprüngen bereits aus zehn Metern Höhe. Soviel Mut gepaart mit hohen Wertungen und guten Tauchphasen wurde mit Gold belohnt. Dieser Top-Leistung folgten zweimal Silber vom Ein- bzw. Drei-Meter-Brett und Platz eins in der Kombinationswertung.

Auch Neptuns beste Springerin kehrte mit einem Titel zurück: Vom Drei-Meter-Brett zeigte Julia Deng (A-Jugend) einen Wettkampf ohne Fehler, für den sie Wertungen zwischen 6,5 und 8,5 erhielt. Das konnte die Zweitplatzierte Lena Hentschel nicht toppen. Vom niedrigeren Brett musste sich Deng allerdings der Berlinerin geschlagen geben, sie gewann aber Bronze in der Jahrgangswertung 2003.

Im Synchronwettbewerb vom Drei-Meter-Brett wäre Deng an der Seite von Svenja Verse fast eine Überraschung gelungen: Bis zum letzten Sprung waren sie auf Tuchfühlung mit den favorisierten Rostockerinnen Jette Müller und Thalea Paschel, die sich erst mit dem letzten Sprung deutlicher absetzten. So wurde es Silber.

Verse (A-Jugend, 2001) gewann zudem ebenso Silber in der Jahrgangswertung von den Brettern wie Jan Marx (A-Jugend, 2002). Darüber hinaus holte sich Marx den Kombinationstitel und Bronze in der Jahrgangswertung vom Turm.

(rau)
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