Achterberg und Aras erfolgreich in Bochum

Kampfsport : Spartaner lassen ihren Gegnern keine Chance

Der Aachener MMA-Kämpfer Kasim Aras feiert in Bochum klaren Punktsieg. Lukas Achterberg beendet seinen K1-Vergleich vorzeitig. Die beiden Athleten haben spannende Pläne für die kommenden Wochen.

Das Licht geht aus, martialische Musik dröhnt aus den Boxen. Mit entschlossenem Blick steigt Kasim Aras in den Ring. Es ist soweit: Einer der Hauptkämpfe an diesem Abend steht kurz bevor. Das Aachener Schwergewicht schlägt mit seinem Gegner Dritan Barjamaj kurz ab, und dann gibt der Referee den Kampf frei.

Im Rahmen der Fair-Fighting-Championship hat Aras am vergangenen Wochenende im Bochumer Ruhrkongress seinen vierten Mixed-Martial-Arts-Kampf bestritten. Gegen den erfahrenen Österreicher Barjamaj sammelte er dabei eine neue Erfahrung, denn erstmals entschied der 31-Jährige einen MMA-Kampf nicht vorzeitig für sich. „So etwas wird auch in Zukunft immer mal wieder passieren. Daher sehe ich das positiv“, unterstreicht der Sportler von KKS Sparta Aachen und ergänzt: „Barjamaj hat das gut gemacht, er war top vorbereitet.“

Schon kurz nach dem ersten Gongschlag beförderte Aras seinen Kontrahenten per Schulterwurf zu Boden. Der erfahrene Ringer fixierte den Österreicher, doch entscheidende Treffer landete er nicht. In Durchgang zwei änderte sich das Bild kaum. Zehn Sekunden vor Rundenende gelang es Aras, den Österreicher wirkungsvoll im Gesicht zu treffen, doch der Gong bewahrte Barjamaj vor dem vorzeitigen Aus. In den finalen fünf Minuten ließ der Spartaner nichts mehr anbrennen. Die Punktrichter waren sich einig: Aras wurde einstimmig zum Sieger erklärt. „Gottseidank ist alles zu meinen Gunsten verlaufen“, zeigt sich der Vater zweier Söhne erleichtert. „Der Gegner war mit allen Wassern gewaschen und hat psychologische Kriegsführung betrieben. Das war Neuland für mich, aber ich habe mich nicht aus dem Konzept bringen lassen.“

Am Ende heimste Aras nicht nur das Lob seines Gegners ein, auch die Zuschauer bedachten ihn mit kräftigem Applaus. „Die Leute lieben es, wenn sich zwei schwere Kämpfer messen“, weiß der Aachener, der seit dieser Saison für den Ringer-Bundesligisten RC Merken-Düren auf die Matte geht.

Trotz seines souveränen Erfolgs in Bochum steht für Aras fest, dass er MMA-Kämpfe künftig nur noch im Octogon austragen wird. „Ich werde bei keiner Veranstaltung mehr antreten, wo ein Boxring aufgebaut ist. Durch die Seile kann man den Gegner nicht richtig fixieren und sich nur schwer lösen“, begründet der ehrgeizige Sportler, der Anfang November in die USA reisen wird, um im AKA-Gym in San Jose ein Trainingslager zu absolvieren. „Ich will mich zeigen und Kontakte knüpfen“, betont der 31-Jährige, der von einer Karriere in der renommierten Ultimate Fighting Championship (UFC) träumt.

Ein weiterer Athlet von KKS Sparta Aachen hat in Bochum ebenfalls ein Ausrufezeichen gesetzt. Lukas Achterberg stellte im K1 (bis 100 Kilogramm) seine Klasse erneut unter Beweis und besiegte den Frankfurter Kevin Heerschlag durch K.o. in Runde zwei. Der 23-Jährige schickte seinen Kontrahenten bereits in Durchgang eins mehrfach zu Boden, doch der Ringrichter gab das ungleiche Duell immer wieder frei. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich klar überlegen bin. Ich kannte meinen Gegner nicht, wusste nur, dass er schon 40 Kämpfe absolviert hat“, erläutert der Alsdorfer, der mit einem Kick den Vergleich vorzeitig beendete. „Ich habe mich intensiv vorbereitet, da ich mit einem stärkeren Gegner gerechnet habe. Unter dem Strich ist das aber in Ordnung, denn ich bin verletzungsfrei geblieben“, freut sich der Zwei-Meter-Athlet und fügt hinzu: „Es warten ja noch Aufgaben auf mich.“

In drei Wochen wird Achterberg seine Premiere im MMA-Käfig feiern. „Ich werde bei einer Veranstaltung in Krefeld kämpfen. Sie suchen aber noch einen Gegner“, schränkt er ein. „Das wird eine total neue Erfahrung für mich. Seit rund zwei Monaten arbeite ich an meinen ringerischen Fähigkeiten, denn meine Stärken liegen ja im Stand.“ Ende November wird er zudem wieder bei der Tai-kien-Gala in Vaals in den Ring steigen und sich im Kickboxen messen. „Lukas ist auf einem sehr guten Weg. Er ist im K1 der Mann der Zukunft“, spart Aras nicht mit Lob für seinen Teamkollegen.

Ebenfalls erfolgreich: Kickboxer Lukas Achterberg. Foto: Wolfgang Birkenstock
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