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Kerkrade: Peter Schubert nicht amüsiert: „Zu viel Willkür drin“

Kerkrade : Peter Schubert nicht amüsiert: „Zu viel Willkür drin“

Zwischendurch versuchten mal immer wieder die Fans, die eine Freundschaft verbindet, das Geschehen auf dem Rasen mit Gesang zu beruhigen: „Roda und der TSV“. Im Test zwischen dem niederländischen Erstliga-Absteiger aus Kerkrade und Alemannia Aachen gab es manch hitziges Duell.

Die Gäste in Kaalheide waren dabei nicht die Verursacher und litten beim 1:1 unter der Leistung des Schiedsrichters. „Man muss die Situationen richtig beurteilen. Da war zu viel Willkür drin“, zeigte sich Alemannia-Chefcoach Peter Schubert nicht amüsiert.

Ohne Aimen Demai und Kevin Behrens, die beim Vormittagstraining Schläge auf Knie bzw. Oberschenkel bekommen hatten und sicherheitshalber draußengelassen wurden, sowie Bastian Müller (soll nach Zerrung heute wieder einsteigen) ließ der Viertligist erneut dem Gegner kaum Möglichkeiten zum Abschluss. Alemannia untermauerte ihre Stabilität in der Defensive und kam gegen optisch überlegene Limburger zu Freistoßchancen durch Dennis Dowidat und Tim Jerat.

Dann nahm das Unheil für Tim Lünenbach seinen Lauf: Nicht nur „Aggressor“ Rutjes sah Gelb, sondern auch der verdutzte Aachener. Und eine Minute vor der Pause folgte Gelb-Rot für einen Kontakt mit Paulissen, Roda-Kapitän Demouge verwandelte den Elfmeter.

René Trost, neuer Coach in Kerkrade, beurteilte den Platzverweis ebenso als völlig maßlos, scheiterte aber mit seinen Ideen, Lünenbach weiterspielen zu lassen oder seinen Heißsporn Rutjes vom Platz zu nehmen, um das zahlenmäßige Gleichgewicht wiederherzustellen. „Mit einem Mann weniger haben wir uns auf die Defensive konzentriert und nur noch sporadisch angegriffen“, sagte Peter Schubert. Das hätte fast noch zum Sieg gelangt: Erst setzte Dowidat einen Elfmeter (Torhüter van Leer an Dominik Ernst) an die Latte (54.), dann glich Domagoj Duspara per Handelfmeter (van Peppen) aus (82.).

Schubert nutzte den anders geplanten Test, um beispielsweise Kris Thackray im defensiven Mittelfeld auszuprobieren („sehr präsent und aufmerksam“). Neben Lünenbach behielt vor allem Sebastian Wirtz dieses Spiel in schlechter und vor allem schmerzhafter Erinnerung. Für den Knie-Check von Hyfte in die Hüfte des Aacheners hatte der Schiedsrichter aber keine Karte mehr parat. (sch)

Alemannia: Löhe — Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan (67. Stevens) — Jerat (67. Abel), Lünenbach — Garcia (67. Wirtz), Dowidat (67. Duspara), Graudenz (67. Mohr) — Dagistan