Aachen: Nur ein kurzer Moment der Enttäuschung

Aachen: Nur ein kurzer Moment der Enttäuschung

Für einen Moment schlich ein Anflug von Bitterkeit über das Gesicht von Pascal Willems. Es war der Moment, in dem die Fußballer von Rheinland Dremmen den Pokal für den Sieg beim Hallencup der Sparkasse in den Händen hielten und lautstark jubelten.

Willems ist der Mittelfeldmotor bei Alemannia Mariadorf. Seine Mitspieler und er hatten gerade das Endspiel beim Turnier unserer Zeitung mit 3:6 gegen Dremmen verloren. „Das tut schon ein bisschen weh”, sagte der 23-Jährige.

Die Verbitterung dauerte nicht lange. Ein Blick auf die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers ließ den Alemannen wieder lächeln. „Das ist ein schönes Geschenk”, sagte er. Denn Freitag hatte Mariadorfs Spielmacher Geburtstag. Ein Geschenk, dass er sich selbst gemacht hatte, weil er in der Vor- und Endrunde mit starker Technik und guter Übersicht überzeugt hatte. Erst im Finale trafen seine Mariadorfer und er auf einen stärkeren Gegner.

Und der feierte ausgiebig. Zwei Gründe für den Sieg der Dremmener hießen Pascal Thora und Nils Brandt. Erstgenannter war nicht nur der Dauerläufer der Dremmener mit der meisten Einsatzzeit. Er hat mit zehn Treffern auch die meisten Tore des Hallencups erzielt. Und das, obwohl der 24-Jährige erst im Dezember nach einem Mittelfußbruch wieder Tritt gefasst hatte. Normalerweise werden Spieler, die gerade von einer Verletzung zurück kommen, in der Halle geschont. Das ist nicht die Sache des Pascal Thora.

„In der Halle zu spielen war schon immer mein Ding”, sagte der Kaufmann. Die Motivation war ihm anzumerken. Kein anderer Spieler gab unermüdlich so viel Gas wie der Rheinland-Stürmer. Schließlich wollten seine Mitspieler und er ein bitteres Erlebnis wie vor zwei Jahren vermeiden. Damals war Dremmen im Finale des Hallencups knapp mit 4:5 am GFC Düren gescheitert.

„Dass wir jetzt gewonnen haben ist einfach nur hammergeil”, freute sich Nils Brandt, der zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde. „Der Verein hat dieses Turnier zum ersten Mal gewonnen. Für uns ist das was ganz Großes.” Den Grund für den Turniersieg sah Brandt aber nicht in der Tatsache, dass Thora und er so überragend waren.

„Jeder Spieler aus unserem Team hat sich den Hintern aufgerissen. Sowohl in der Vorrunde als auch jetzt. Und deswegen bin ich mir sicher, dass wir den Sieg jetzt mit der einen oder anderen Sportbrause feiern werden”, kündigte der 29-Jährige an. Nicht zuletzt Brandts Paraden war es zu verdanken, dass die Dremmener die Heinsberger Vorrunde und das Duell mit Vorjahressieger Germania Teveren gewonnen hatten. Auch Freitag stand der Abwassertechniker sicher im Tor.

Die drei besten Fußballer des Turnier schüttelten sich nach der Siegerehrung voller Respekt die Hand. Willems grinste: „In der Rückrunde der Landesliga werden wir uns für die Niederlage beim Hallencup revanchieren.”

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