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Mönchengladbach: Nico Schulz, ein Aufheller für die Borussen-Laune

Mönchengladbach : Nico Schulz, ein Aufheller für die Borussen-Laune

Es gibt zwei Dinge, die abseits allen Frustes über das Aus im DFB-Pokal die Laune der Mönchengladbacher und speziell bei Trainer Dieter Hecking erhellen können: So verstörend die Leistung in der ersten Halbzeit gegen Eintracht Frankfurt war — wie zuvor auch gegen Borussia Dortmund —, so erstaunlich war, wie sich Borussia nach der Pause am eigenen Schopf wieder aus dem Schlamassel herausziehen konnte.

Das spricht für die Mannschaft, ihre Mentalität und ihre physische Qualität trotz aller Verletzungsprobleme. Lichtblick Nummer zwei: Nico Schulz. Dass der ehemalige Berliner die linke Seite besser als der frühzeitig ausgewechselte Oscar Wendt bespielen würde, damit war nicht zu rechnen.

„Er hat das gut gemacht“, lobte ihn sein Trainer. Hecking war allerdings nicht wirklich überrascht über die vermeintlich zweite Wahl, die sich als Verbesserung entpuppte. „Oscar Wendt hat eine gute Saison gespielt. Als ich gekommen bin, war es für mich eine 50:50-Entscheidung zwischen den beiden. Und dann hat sich Nico verletzt, das war ein sehr unglücklicher Zeitpunkt.“

Am Samstag und den Rest der Saison ist der 24-Jährige zwangsgesetzt — Hecking hat für die Position links in der Viererkette außer Schulz keine seriöse Alternative zum verletzten Wendt, der am Donnerstag am gebrochenen Ellbogen operiert worden ist. In der ersten Verarbeitung der unglücklichen Niederlage weicht Schulz allerdings etwas ab von der Analyse seines Fußballlehrers.

„Wir hatten nicht die Aggressivität der Frankfurter“, sagte er nach dem Pokal-K.o. Heckings Analyse von Freitag aber lautet: „Frankfurt hat von unseren Fehlern gelebt. Wir haben es nicht geschafft, im Spielaufbau den Gegner auseinanderzuziehen, um dann breit zu stehen. Das hatte nichts mit fehlender Aggressivität zu tun.“

Miserable erste 45 Minuten gegen den BVB, miserable erste 45 Minuten gegen die Eintracht. Miserable erste 45 Minuten am Samstag in Mainz sollen Christensen & Co. dadurch vermeiden, dass „wir von der ersten Sekunde an Ball- und Passsicherheit besitzen“. Speziell auch deshalb, weil die Schmidt-Elf „zu Anfang draufgeht wie die Feuerwehr“.

Das wird nicht der letzte der kommenden vier Gladbacher Gegner sein, der ans Limit geht. „Ihnen allen steht das Wasser bis zum Hals“, sagt Hecking. „Wir müssen zünden auf dem Platz“, bestätigt der Mainzer Coach diese Notfall-Situation und erinnert vorsichtshalber an die jüngste Vergangenheit der Borussen: „Sie haben Champions-League-Qualität.“

Die für die Europa League würde Hecking & Co. derzeit aber bereits genügen . . .

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Vestergaard, Schulz - Traoré, Dahoud, Strobl, Herrmann - Stindl, Hahn

(bsc)