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Eupen: Makélélés Gefühl für die neue Saison ist „sehr gut“

Eupen : Makélélés Gefühl für die neue Saison ist „sehr gut“

Es war Dramatik pur am letzten Spieltag: Dank eines Hattricks von Yuta Toyokawa in nur 16 Minuten hielt der belgische Fußball-Erstligist AS Eupen die Klasse, der Jubel der Ostbelgier um Trainer Claude Makélélé kannte keine Grenzen. Der frühere Weltklassespieler konnte nun das Team nach seinen Ideen umbauen und „seine“ AS formen. Welche Chancen haben die Eupener in der kommenden Saison?

Das Ziel wird ganz klar der Klassenerhalt bleiben. In der vergangenen Saison „rumpelte“ man sich denkbar knapp auf den fünfzehnten Rang, die Play-offs II wurden zum gemütlichen Ausrollen ohne sportlichen Wert. Im Konzert um die Meisterschafts-Play-offs wird man wohl keine Rolle mitspielen können. Kernaufgabe wird es sein, Punkte gegen die direkte Konkurrenz — insbesondere Aufsteiger Cercle Brügge, Royal Mouscron, Lokeren und Waasland-Beveren — zu sammeln und sich von dem Abstiegsplatz fernzuhalten.

Die ersten Möglichkeiten dafür gibt es beim FC Brügge (Sonntag, 14.30 Uhr) und im ersten Heimspiel gegen den RSC Charleroi (Samstag, 4. August, 18 Uhr). In den Testspielen gegen die U 21 des 1. FC Köln (1:1), Alemannia Aachen (1:0), AFC Tubize (2:0) und besonders beim 3:2 gegen Olympiakos Piräus zeigten die Schwarz-Weißen eine starke Physis, aber auch Schwächen in der Offensive. „Wir haben sehr hart gearbeitet“, zog Makélélé als knappes Fazit zur Saisonvorbereitung. Konkrete Ziele wollte er jedoch nicht äußern. „Die Saison ist lang. Wir wollen zeigen, dass wir eine starke Mannschaft sind“, meinte er.

Die Mannschaft

Neun neue Spieler konnte Makélélé bei der AS begrüßen, acht Spieler verließen den Klub. Die Mannschaft wurde punktuell ausgetauscht, größere Abstriche musste der Coach nicht machen. Mit dem 31-jährigen Xavi Molina sowie Julian Schauerte von Fortuna Düsseldorf wurden zwei erfahrene Abwehrspieler verpflichtet, die die Abgänge von Marc Valiente und Mickael Tirpan auffangen sollen. Transferhighlight war sicherlich die Rückkehr von Kreativspieler Danijel Milicevic. Bereits von 2009 bis 2011 war der 32-Jährige bei der AS aktiv und avancierte zum Publikumsliebling — eine Rolle, an die er gerne wieder anknüpfen würde. Mit Cheick Keita (22) wechselt zudem ein aufstrebendes Abwehrtalent auf Leihbasis von Birmingham City nach Ostbelgien.

27 Spieler stehen damit unter Vertrag, davon 20 Legionäre. Im Tor wird weiterhin der sichere Rückhalt Hendrik van Crombrugge stehen, in der Abwehr liegen alle Augen auf dem jungen senegalesischen WM-Fahrer Moussa Wagué, der dem Verein mit seinem „Ausflug“ immerhin 169 474 Euro einbrachte. Mit dem 35-jährigen Mbaye Leye verließ der Top-Torschütze (neun Treffer) die Eupener — eine Lücke, die in den Testspielen auffällig war. Dazu kommt das anhaltende Formtief von Rechtsaußen Eric Ocansey. Kern der Mannschaft bleibt Kapitän und Mittelfeldstratege Luis García. „Das Konzept ist das Team“, machte Makélélé klar, „die Mannschaft muss zusammen funktionieren“.

Das Umfeld

Das 70 Jahre alte Kehrwegstadion wurde in der vergangenen Saison zu einer kleinen Bastion ausgebaut. 23 Punkte sammelte man auf heimischem Rasen und glich mit starken Leistungen vor durchschnittlich 3365 Zuschauern die desaströse Auswärtsbilanz — nur vier Punkte (!) — aus. Die Zuschauerzahl dürfte konstant bleiben, die Fans aus der Kleinstadt sind stolz, ihre „Pandas“, die das Wappentier ab jetzt auch im Trikotnacken verewigt haben, in der „Jupiler Pro League“ zu sehen.

Der letzte Spieltag hat gezeigt, wie euphorisch die Anhänger werden können. Das heißt auch: Muss man nicht nur verkrampft gegen den Abstieg ankämpfen und kann eine kleine Siegesserie starten, könnten schnell mehr als 4000 Zuschauer im kleinen Stadion anzutreffen sein. Auch Neuzugang Schauerte fühlt sich wohl in der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft: „Das Drumherum ist alles sehr professionell, außerdem wurde ich sehr gut aufgenommen“, sagte der 30-Jährige.

Fazit

Die AS hat einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Die Punktebilanz unter Makélélé war zwar nicht sonderlich überzeugend, er erkannte aber, welchen Fußball man im Abstiegskampf spielen muss. Jetzt konnte er das Team nach seinen Vorstellungen auf die neue Saison vorbereiten. Milicevic kann offensiv Akzente setzen, an richtigen Torgaranten mangelt es jedoch. Keita, Schauerte und Molina sollten die Abgänge in der Defensive zumindest ausgleichen können. Wenn Makélélé seinem Team die Auswärtsschwäche austreiben kann und die neuen Spieler sich integrieren, sind die Chancen gut, dass Eupen sich vom Abstiegsrang fernhalten kann. Nicht nur das Gefühl des 45-jährigen Trainers ist jedenfalls „très positif“.