Löw beruft Kai Havertz aus Alsdorf in Kader der Nationalmannschaft

Alsdorf/Aachen/München: Kai Havertz aus Alsdorf spielt jetzt in der deutschen Nationalelf

In der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird künftig ein Alsdorfer mitspielen: Kai Havertz, derzeit bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Das gab Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch in München bekannt, wo er seinen Kader für die anstehenden Länderspiele gegen Weltmeister Frankreich und Peru präsentierte.

Dabei setzt Löw unter anderem auf drei Neulinge: Thilo Keher (Paris St. Germain), Nico Schulz (TSG Hoffenheim) - und eben Kai Havertz (Bayer 04 Leverkusen).

Kai Havertz konnte sich in der Bundesliga direkt gegen gestandene Profis behaupten, wie hier Leonardo Bittencourt. Foto: Marius Becker/dpa

Am wenigsten überraschte Beobachter dabei wohl die Nominierung des Alsdorfers Havertz. Der 19-Jährige spielt seit mittlerweile zwei Jahren auf konstant hohem Niveau und hat sich zum Stammspieler bei der Bayer-Werkself gemausert.

Feierstunde für den großen Sohn Alsdorfs: Jung-Fußballer Kai Havertz mit Bürgermeister Alfred Sonders bei der Eintragung in das Goldene Buch der Stadt. Foto: Stefan Schmitz

Vor knapp zwei Jahren feierte er im Alter von 17 Jahren und 126 Tagen sein Bundesliga-Debüt. Seither hat der mittlerweile 19-Jährige mehr als 50 Einsätze (55 Spiele/7 Tore) für Bayer Leverkusen absolviert - so viele, wie kein anderer in diesem Alter in der Liga-Geschichte. Sein Vereinstrainer Heiko Herrlich lobt ihn als „das größte Talent, das ich seit Toni Kroos gesehen habe.”

Bundestrainer Joachim Löw hat Havertz für die Länderspiele gegen Frankreich (6\. September) und Peru erstmals in den Kader berufen. Havertz, der aus dem Alsdorfer Stadtteil Mariadorf kommt, wollte gar nicht groß über seine Nominierung sprechen, er ließ ein paar Zitate übermitteln, die nicht wirklich überraschend waren. Er freue sich sehr auf die Nationalelf, sagte er. Und, natürlich: „Damit ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen.“


Der Mittelfeldspieler ist eben ein bodenständiger Typ, obwohl er als eines der größten Versprechen im deutschen Fußball gilt. Havertz kam 2010 als Elfjähriger nach Leverkusen, zuvor hatte er für Alemannia Mariadorf und Alemannia Aachen gespielt, vor knapp zwei Jahren feierte er sein Debüt in der Bundesliga, im Alter von nur 17 Jahren und 126 Tagen. Löw sagte gestern auf der Pressekonferenz: „Kai hat sein großes Talent bewiesen.“ Klingt nach einer vielversprechenden Karriere.

Die beiden anderen Neuzugänge in der Nationalelf

Nico Schulz: Das DFB-Trikot kennt Nico Schulz bestens. In den U-Teams spielte er von der U15 bis zur U21 quasi immer, nur den Sprung in die A-Nationalmannschaft schaffte er bislang nicht. Mit 25 Jahren folgt für den dynamischen und offensivstarken Linksverteidiger nun Höhepunkt auf Höhepunkt: Mit 1899 Hoffenheim spielt Schulz ab September in der Champions League, große Gegner wie Real Madrid oder Juventus Turin winken. Dazu die Chance im Nationalteam, wo der gebürtige Berliner ausgerechnet im Heimstadion Premiere feiern könnte. Falls Schulz beim Nations-League-Auftakt gegen Frankreich in München nicht spielt, ist für ihn das Debüt gegen Peru in Sinsheim möglich. In Nagelsmanns TSG-Elf ist der Außenspieler längst gesetzt.

Thilo Kehrer: Wie schon Manuel Neuer, Joel Matip oder Leroy Sané schaffte auch Thilo Kehrer beim FC Schalke 04 den Sprung aus der eigenen Nachwuchsabteilung in den Profikader. Der U21-Europameister ist in der Defensive flexibel einsetzbar. Er wird zwar häufig in der Innenverteidigung eingesetzt, kann aber auch im defensiven Mittelfeld oder als Außenverteidiger spielen. Erst Mitte August war der 21-jährige zu dem von Thomas Tuchel trainierten französischen Spitzenclub Paris Saint-Germain gewechselt. Mit 37 Millionen Euro Ablöse ist sein Wechsel das zweitteuerste Transfergeschäft in der Geschichte von Schalke 04\.

(tobi/luk)
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