Aachen: Lateinformation unbeirrt weiter auf dem Weg nach oben

Aachen: Lateinformation unbeirrt weiter auf dem Weg nach oben

Das Geheimnis wird bis zum letzten Moment gewahrt: Von Kopf bis Fuß verhüllt, betreten die Frauen die Fläche. Dann fallen die schwarzen Hüllen, und ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen: Über und über funkelnd und glitzernd, sexy und aufregend schön präsentieren sich die Tänzerinnen in türkisblauen Kleidern.

Und spätestens jetzt wird klar, dass der Titel der neuen Choreographie nicht nur ein Titel, sondern ein Fingerzeig auf dem Weg in die Zukunft ist. Mit „Die Himmelstürmer - beyond the new horizon” will die Formationsgemeinschaft Tanzsportzentrum Aachen/TD Düsseldorf Rot-Weiß am Samstag in Braunschweig bei den Deutschen Meisterschaften im Lateintanzen angreifen.

„Wir wollen nach oben - und wir kämpfen so lange, bis wir da angekommen sind, wir arbeiten so lange, bis wir das geschafft haben”, kleidet FG-Trainer Oliver Seefeldt in Worte, was die Choreographie und das aufregende Outfit wortlos rüberbringen. „Wichtig ist mir, dass die Formation das Thema lebt. Wir tanzen unsere Vision”, verdeutlich Seefeldt, welche Inspiration hinter der Choreographie stecken. Da steht an erster Stelle der Teamgedanke.



„In ,Top Gun’ schafft Tom Cruise im Alleingang nichts, aber im Team erreicht er viel. Das ist die grundlegende Idee, zu der wir die Musik gesucht haben.” Nächtelang hörte Seefeldt sich in Musikhallen passende Titel heraus, bis der Rohschnitt stand. Zwei Wochen saß er im Studio oder tauschte sich stundenlang per Skype mit seinem Trainerkollegen Partick van Tetering aus, bis die endgültige Fassung stand. „Wir haben Musik aus den Filmen ,Top Gun’, ,Pearl Harbour’, aber auch ,Broken wings’ von Bryan Adams oder ,Heaven for everyone’ von Queen ausgewählt.”

Zusammen ergibt das eine sehr schnelle Choreographie mit wunderbaren Rumbateilen, die die Formation tänzerisch sehr fordert. Ein Highlight sind die Pirouetten, acht in normalem Tempo und vier sehr schnelle, bei denen der Blickpunkt der Dame nach sieben Drehungen von vorne nach hinten wechselt. Und natürlich das Roundabout. „Dieses Jahr ist es 40 Schläge lang”, erläutert van Tetering. Aus zwei Diagonalen wird eine große Diagonale. Nach einem Bodenwischer wird die Richtung gewechselt, die Paare verteilen sich in zwei Rauten über die Fläche und beenden das Bild mit der Düsseldorfer Todesspirale. „Das ist sicher das längste Roundabout, das es bisher gab”, so der FG-Trainer, der vor allem für die Synchronität verantwortlich zeichnet.

Daran mangelte es bei der Präsentation noch hier und da, da die Tänzer - aufgeregt wie eine Herde junger Vollblüter - bei der Premiere vor lauter Vorfreude ein wenig überpowerten. „Bis zur DM sind es ja noch ein paar Trainingseinheiten”, sah Perfektionist Seefeldt, woran noch gefeilt werden muss. Damit die Himmelstürmer auch wirklich nach oben stürmen...