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Aachen: Langehanenberg gewinnt auch den MEGGLE-Preis

Aachen : Langehanenberg gewinnt auch den MEGGLE-Preis

Spaß wollte Helen Langehanenberg haben — doch ihr Damon Hill hatte ein wenig zu viel Spaß. In der ersten Piaffe wollte er mehr vorwärts als auf der Stelle traben, und die erste Pirouette hätte er wohl am liebsten doppelt gedreht, wenn seine Reiterin ihn nicht noch gebremst hätte.

Eine gute Vorführung war es trotzdem, vor allem in der letzten Piaffe-Passage-Tour punktete das Duo noch einmal. Und gewann gestern den Grand Prix Spécial, den MEGGLE-Preis, mit 80,667 Prozentpunkten. „Das war eine gute Runde, trotz der kleinen Mängel“, freute sich seine Reiterin, die am Sonntag ihren Vorjahressieg im „Großen Dressurpreis von Aachen“ wiederholen will — und sicher auch wird.

Helen Langehanenberg ist die dominierende Dressurreiterin beim CHIO in Aachen.

Dahinter gab es ein Gerangel um die Plätze, das vor allem mit Blick auf die Europameisterschaften Ende August im dänischen Herning interessant ist. Auf Rang zwei schob sich die junge Dänin Anna Kasprzak (77,354) mit Donnperignon vor, die zum Auftakt im Grand Prix noch Vierte geworden war. Ihr Kämpferherz hatte auch Isabell Werth (Rheinberg) auf Don Johnson gezeigt, nachdem es für sie im Grand Prix nicht wie gewünscht gelaufen war. Rang drei mit 76,435 Prozent. Punktgleich, aber aufgrund der schlechteren Fußnoten „nur“ Vierte wurde Nathalie zu Sayn-Wittgenstein, die mit Blick auf die EM in ihrem Heimatland aber optimistisch ist. „Unsere Pferde können alle gut über 70 Prozent gehen“, schaute Nathalie zu Sayn-Wittgenstein nach den Plätzen, zwei, vier und sieben für Andreas Helgstrand optimistisch voraus.

Enttäuscht war dagegen Anabel Balkenhol. Anders als im Grand Prix fand ihr Dablino nicht so gut in die Prüfung, galoppierte einmal an und zeigte einen schwachen Schritt. Erst zur Galopptour fand der Fuchs wieder zu sich — 75,708 Prozentpunkte und Platz fünf. Eine sehr schöne Leistung zeigte „Küken“ Fabienne Lütkemeier, nur das Angaloppieren vor der Traversale kostete die 23-jährige Paderbornerin viele Punkte. „D‘Agostino hat mich missverstanden, er hat gedacht, dass er galoppieren sollte“, bedauert seine Reiterin, die sich mit 72,869 Prozentpunkten auf Rang zehn einreihte.

Im „Fernduell“ um die EM-Tickets hatte am späten Freitagabend Kristina Sprehe (Dinklage) gepunktet, die auf Desperados mit 76 Prozentpunkten den LINDT-Preis gewonnen hatte. Auch wenn sich der Hengst noch deutlich unter dem Top-Niveau präsentiert, mit dem er im vergangenen Jahr in London Team-Silber gewann, dürfte er am Sonntag vom Dressurausschuss ebenso wie Damon Hill, Don Johnson und Dablino für die EM nominiert werden, während für D‘Agostino wohl erst einmal die Reserverolle bleibt.

(rau)