Münster/Aachen: „Ladies“-Krimi beim NRW-Derby in Münster

Münster/Aachen: „Ladies“-Krimi beim NRW-Derby in Münster

Nach dem letzten Block gab es kein Halten mehr: Die Spielerinnen fielen sich um den Hals, und die Trainerin streckte beide Arme in die Luft. Soeben hatten die „Ladies in Black“ den USC Münster in der Volleyball-Bundesliga mit 3:2 (25:20, 23:25, 26:28, 25:23, 15:13) besiegt.

„Das ist ein komisches Gefühl. Wir haben zwei Punkte gewonnen, aber einen verloren. Unter dem Strich bin ich aber erleichtert, dass wir nach dem 2:1-Rückstand das Spiel noch drehen konnten“, resümierte Trainerin Saskia van Hintum nach der nervenaufreibenden Partie.

Von Beginn an entwickelte sich ein wahrer Krimi beim einzigen NRW-Derby in der Frauen-Bundesliga. Die Gäste gingen schnell in Führung, ehe Münster noch einmal auf 18:23 herankam. Nach einem Time-Out war es Zuspielerin Britt Bongaerts vorbehalten, den entscheidenden Punkt zu setzen. Die Niederländerin täuschte ein Zuspiel an, legte den Ball aber gekonnt über das Netz. So ging das Team mit 1:0 in Führung.

Ausgeglichenes Spiel

Bis zum 17:17 im zweiten Satz konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Durch individuelle Fehler der Aachenerinnen — vor allem beim Aufschlag — zog das Team um USC-Zuspielerin Mareike Hindriksen, die früher in Aachen die Fäden zog, auf 23:19 davon. Doch dank einer couragierten Leistung und dem nötigen Spielglück (Netzroller zugunsten der „Ladies“) glichen die Kaiserstädterinnen zum 23:23 aus. Ein erneuter Aufschlagfehler sowie eine präzise Angabe auf der anderen Seite bescherte dem USC letztlich den Ausgleich zum 1:1.

Nach dem Dämpfer knüpften die „Ladies“ im dritten Satz an die starke Leistung zu Beginn an und gingen schnell deutlich in Führung. Doch erneut brachten individuelle Fehler sowie ein konzentrierteres Blockspiel von Münster die Gäste aus dem Tritt. Ein abgewehrter Schmetterschlag von McKenzie Adams sorgte für das 28:26 zugunsten des USC.

Der vierte Satz war dann ein Spiegelbild des vorherigen Durchgangs — nur diesmal mit dem besseren Ende für die „Ladies“. Erneut war es Adams, die zum entscheidenden Ball hochstieg. Doch diesmal waren die Abwehrversuche der Gastgeberinnen vergebens, der Ball landete nach einem Block im Aus.

Tiebreak bringt die Entscheidung

So musste der Tiebreak die Entscheidung bringen, und hier bewiesen die Aachenerinnen Nervenstärke. Beim Stand von 13:13 brachte Nicole Oude Luttikhuis die „Ladies“ mit einem Schmetterball in Front. Ein erfolgreicher Block setzte den Schlusspunkt unter eine turbulenten Begegnung. Nicht nur das Team, sondern auch die rund 100 mitgereisten Fans unter den 1400 Zuschauern im Volleydome am Berg Fidel hatten im Anschluss allen Grund zum Jubeln. „Das ist der Wahnsinn. Die Fans sind immer für uns da. Sie sind quasi der siebte Spieler für uns“, zeigte sich die Trainerin begeistert.

Als wertvollste Spielerinnen wurden die Ex-Aachenerin Hindriksen sowie die „Ladies“-Außenangreiferin Nicole Oude Luttikhuis ausgezeichnet.

Im abschließenden Hinrunden-Spiel empfangen die „Ladies“ am Donnerstag, 28. Dezember um 19.30 Uhr den VC Wiesbaden.

(lb)