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Aachen: „Ladies in Black“ treffen im Viertelfinale wieder auf Schweriner SC

Aachen : „Ladies in Black“ treffen im Viertelfinale wieder auf Schweriner SC

„Wir sind in dieses Spiel gegangen, als wäre es das letzte der Saison“, meinte Aachens Trainer Marek Rojko, nachdem seine „Ladies in Black“ Aachen den Schweriner SC mit 3:0 förmlich aus der Halle gefegt und damit den Einzug in das Play-off-Halbfinale geschafft hatten. Das Zitat ist fast ein Jahr alt.

Wieder stehen die „Ladies“ direkt qualifiziert im Viertelfinale der Play-offs — und wieder heißt der Gegner am Samstagabend (19 Uhr) Schweriner SC.

Um herauszufinden, dass man gegen individuell herausragend besetzte Formationen bestehen kann, wenn die eigene Mannschaftsleistung stimmt, muss man allerdings nicht ganz so weit zurückblättern, sondern kann die denkbar knappe Tiebreak-Niederlage (13:15) im Pokalfinale gegen den MTV Stuttgart als Blaupause nehmen. „Wir haben gegen Stuttgart im Block, in der Annahme und in der Feldverteidigung unsere beste Partie abgeliefert“, fasst Aachens Coach das spielerisch Positive aus dem knapp zweieinhalbstündigen Herzschlagendspiel zusammen.

Defensives Prunkstück

Tatsächlich ist der Aachener Mittelblock mit den beiden Slowakinnen Simona Kosova und Tatiana Crkonova sowie der Tschechin Ivona Svobodnikova, die nach ihrer wochenlangen Schulterverletzung wieder bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit angekommen ist, so etwas wie das Prunkstück des aktuellen Teams. Und sollte der Block einmal nicht greifen, wacht dahinter immer noch Libera Dominika Valachova, die die komplette Saison auf hohem Niveau agiert hat. Die Annahme hat sich im Saisonverlauf stark verbessert; Grundvoraussetzung für die zwingend notwendigen Punkte aus dem gegnerischen Aufschlag heraus, ohne die man gegen einen auf jeder Position (mindestens) doppelt stark besetzten Gegner nicht bestehen kann.

Bleiben die beiden Elemente, die Aachens Trainer nicht in seiner Aufzählung hatte — und die gegen Schwerin ebenso einen möglichen Sieg kosten würden wie gegen Stuttgart: Die Fehlerquote bei den Aufschlägen war mit 20 Prozent entscheidend zu hoch und setzte das eigene Team mehr unter Druck als das gegnerische. Zudem lag die Erfolgsquote aller Angreiferinnen nicht unbedingt im grünen Bereich, was wiederum dafür spricht, dass die defensiven Spielsituationen tatsächlich weit über Durchschnitt gemeistert wurden.

„Bei den Play-offs ist eine ganz andere Ausgangssituation gegeben als bei den Hauptrundenspielen“, sieht Rojko Chancen für sein Team, auch wenn Schwerin als klarer Favorit in das Kräftemessen geht. Die Marschrichtung für die Aachenerinnen könnte also lauten, den SSC in der ersten Runde zu ärgern, anschließend vor eigenem Publikum zu gewinnen, um dann in der dritten Partie auf den besonderen Tag zu hoffen.

„Das Pokalfinale ist abgehakt“, blickt Marek Rojko mit seinen Spielerinnen nach vorn. „Die Mannschaft hatte drei freie Tage, um die Partie in Halle mental abzuschließen. Seitdem sind wir in der Vorbereitung auf die Play-offs.“ Und wenn es die „Ladies“ schaffen, erneut in die K.o.-Partien zu gehen, als wären es die letzten der Saison — dann müssen es nicht unbedingt die letzten Spiele gewesen sein.