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Aachen: „Ladies in Black“ gehen mit einem verjüngten Kader in die Saison

Aachen : „Ladies in Black“ gehen mit einem verjüngten Kader in die Saison

Fast alle waren da, schon ein Novum so früh im Jahr. Nur die wichtigste Spielerin fehlte bei der Präsentation des Kaders der „Ladies in Black“ Aachen für die anstehende Saison in der Volleyball-Bundesliga, aber die Nationalmannschafts-Verpflichtungen von Laura Weihenmaier sind ein guter Grund, erst später einzusteigen.

„Laura wird unser neuer Kapitän sein“, verkündete Hallensprecher André Schnitker die erst kurz vorher getroffene Entscheidung, „und Dominika Valachova, die als Libera diese Rolle auf dem Feld nicht übernehmen darf, steht ihr bei dieser Aufgabe zur Seite.“

Dann spielte, ob bewusst oder unbewusst, die bei Sportlern beliebte Zahlenmagie eine der Hauptrollen: Die Rückennummer 13 der bisherigen Spielführerin Karolina Bednarova wird jedenfalls in der nächsten Saison nicht wieder vergeben, sei es mit Absicht, oder „weil ich von Aberglauben nichts halte“, wie Schnitker erklärte.

Und eine der fünf Spielerinnen, die bereits in der vergangenen Saison dabei waren, hat die günstige Gelegenheit ergriffen und ist zu einer im Volleyball schon legendären Familientradition zurückgekehrt: Außenangreiferin Dora Grozer wird künftig mit der Nummer 9 auflaufen, „die Nummer, die alle in meiner Familie auf dem Spielfeld getragen haben.“

Dass Tatiana Crkonova weiterhin die Nummer 1 auf dem Rücken tragen wird, aber zukünftig nicht mehr als Mittelblockerin sondern auf der Diagonalposition zum Einsatz kommen wird, passt da schon weniger in das Zahlenspielchen. Aber, was ist möglich, nachdem die Mannschaft in der Saison vor zwei Jahren Platz 3 in der Meisterschaft und in der vergangenen Spielzeit den zweiten Rang im Pokalwettbewerb belegt hat?

„Darauf werde ich wohl erst im September eine fundierte Antwort geben können“, räumte Trainer Marek Rojko ein, der heute zum ersten Training in der Halle an der Neuköllner Straße bitten wird. „Aber unser Ziel war, rund um einige gute und erfahrene Spielerinnen auf junge Deutsche zu bauen, die über viel Potenzial verfügen.“

Auch über das Auftreten der gesamten Mannschaft hat Aachens Coach genaue Vorstellungen: „Wir wollen ein hungriges Team, das sich hier in Aachen gut integriert und mit großer Leidenschaft auftritt.“ So dürfte demnächst mehr Deutsch gesprochen werden, und Sprecher André Schnitker weniger Gelegenheit haben, seine hervorragenden Englisch-Kenntnisse anzubringen. Ein Fakt, der bereits bei der Vorstellung der Italienerin Silvia Baradel zutage trat: „Ich habe Deutsch an der Hochschule gelernt“, antwortete die italienische Zuspielerin bei ihrer Vorstellung.

„Mit Universitäts-Deutsch bist Du mir gegenüber klar im Vorteil, ich bin aus Aachen“, musste Schnitker einräumen und tastete sich auch bei den anderen Neuzugängen vor: der Dresdner Mittelblockerin Juliane Langgemach („Ich spreche auch Deutsch, nicht nur Sächsisch), der niederländischen Zuspielerin Britt Bongaerts („Ich verstehe viel), der slowakischen Annahmespielerin Miroslava Kuciaková („Nur ein bisschen“), dem deutschen Nachwuchstalent Lene Scheuschner, ebenfalls auf Außen/Annahme, vom VCO Berlin und dem letzten Zugang, dem 16-jährigen Eigengewächs Zoe Liedtke, die in der abgelaufenen Spielzeit beim Zweitligisten Marmagen zum Einsatz kam und den Kader auf die magische Zahl zwölf schraubt — nicht unwichtig für die Trainingseinheiten.

Da der Kader durch die beiden Mittelblockerinnen Ivona Svobodnikova und Simona Kosova, das Prunkstück in der vergangenen Saison, komplettiert wird, herrscht Mangel nur an einer Stelle: „Es fehlt in Aachen nur die Halle, die zu diesem herausragenden Team passt“, befand PTSV-Vorsitzender Dr. Frank Schidlowski.