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Kommentiert: Transparenz, bitte!

Kommentiert: Transparenz, bitte!

Es ist einigermaßen müßig, über Vor- und Nachteile der 50+1-Regel zu diskutieren, sie sind ja hinlänglich bekannt. Sie sind ausgesprochen, aufgeschrieben und gegeneinander aufgewogen worden.

Die Debatte, ob Investoren die Mehrheitsanteile bei deutschen Profiklubs halten dürfen, ist schließlich nicht neu, es gibt sie seit Jahren.

Und es wird sich auch in der neuentflammten Debatte nichts daran ändern, dass sich zwei Ansichten konträr gegenüberstehen: Auf der einen Seite viele Fans, die „ihren Fußball“ vor zwielichtigen Investoren geschützt wissen wollen; auf der anderen Seite einige Vereine, die „ihren Fußball“ mit einem warmen Geldregen international konkurrenzfähiger machen wollen.

Fans würden bei einer Aufweichung oder gar Abschaffung der Regel die Fußballspiele mit immer größeren Protesten überziehen; Vereine würden bei einem Erhalt von 50+1 stets weiterhin das Argument anführen, nicht mit Vereinen aus England mithalten zu können. Wie auch immer die Entscheidung also ausfallen wird: Sie kann nicht jedem gerecht werden.

Es ist deswegen wichtig, die Diskussion endlich aus den Hinterzimmern herauszuholen und sie öffentlich und transparent zu führen, wenn denn irgendwie ein von beiden Seiten tragfähiger Konsens erreicht werden soll. Alles andere kann in einem Desaster enden.