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Kommentiert: Mehr als schön reden

Kommentiert: Mehr als schön reden

Schön reden kann Thomas Bach, keine Frage. Und so sagte er in den letzten Tagen der Spiele von Pyeongchang, dass es für das Internationale Olympische Komitee (IOC), dessen Präsident und oberster Strippenzieher er ist, Zeit wäre, „die Wurzeln wieder zu nähren“.

Ein schöner Satz, keine Frage. Der deutsche Weltsportlenker meint damit, dass man langsam aber sicher mal wieder einen klassischen Ort als Ausrichter der Winterspiele gewinnen solle. Oslo, Innsbruck und andere spielen aber nur mit, wenn das IOC bereit ist, weniger Geld scheffeln zu wollen. Wenn das Wort Nachhaltigkeit nicht nur in schönen Reden vorkommt. Wenn der Gigantismus geopfert wird, wenn es ganz ehrlich gemeint ist: zurück zu den Wurzeln.

Dann, ja dann könnte auch die Initiative von Michael Mronz von Erfolg gekrönt sein. Spiele an Rhein und Ruhr dürften auch in der Bevölkerung die (zwingend) notwendige Unterstützung bekommen, wenn klar ist, dass Olympia nicht nur eine Geldbeschaffungsmaschinerie für das IOC ist.

Das olympische Agieren vom „Team D“ in Südkorea, die Erfolge und noch mehr das beeindruckende Auftreten haben viel bewirkt: Olympia ist wieder positiv besetzt. Die Chancen auf Spiele in Deutschland zwischen 2030 und 2040 haben sich durch die vergangenen zwei Wochen nicht verschlechtert.

Und wenn mit Alfons Hörmann ein oftmals in dieser Frage zaudernder Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes eine mögliche Bewerbung durchaus positiv bewertet, ist ein weiterer Schritt getan. Wer weiß: Vielleicht will das IOC ja wirklich zurück zu den Wurzeln. Und Bach ist mehr als nur ein Schönredner.