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Köln: Kölner Profi-Basketball hat wieder Perspektive

Köln : Kölner Profi-Basketball hat wieder Perspektive

Die Betriebsgesellschaft der Cologne Centurions wird nur noch abgewickelt, aber das größte anzunehmende Unglück für die Sportstadt Köln konnte gerade noch abgewendet werden.

Denn im Gegensatz zu den Footballern werden die Basketballer des Bundesligisten RheinEnergie weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen können. Die wirtschaftlichen Probleme sind offenbar gelöst.

Im Frühjahr teilte Uwe Bergheimer noch mit, dass die Existenz der europäischen Enklave der National Football-League (NFL) zumindest bis 2010 gesichert wäre.

Doch Ende letzter Woche musste Europas Liga-Chef die überraschende Entscheidung des Mutterverbandes erklären, dass der Spielbetrieb auf dem Alten Kontinent mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. Als Grund gab der ehemalige Chef des Mobilfunkbetreibers E-Plus offiziell einen Strategiewechsel an.

„Wir haben beschlossen, die Zukunft des American Football in Europa auf den internationalen NFL-Spielen und einer erhöhten Medienpräsenz aufzubauen”, sagte Bergheimer. Es wird also künftig mehr NFL-Spiele außerhalb der USA geben. Das erste wird bekanntlich am 28. Oktober in London zwischen den Miami Dolphins und den New York Giants ausgetragen.

Doch das ist wohl nur die offizielle Version. Dahinter stehen handfeste finanzielle Interessen der 32 NFL-Teameigner. Denn schwache Zuschauer- und TV-Präsenz sorgten für ein jährliches Minus von gut 30 Millionen Euro.

„Das ist schon ein Schock”, reagierte Karsten Meier, Manager der Centurions, auf das Aus. Die Betriebsgesellschaft muss nun innerhalb von drei Monaten abgewickelt werden. Allein in Köln werden 13 Angestellte und zwei Auszubildende ihre Jobs verlieren. Insgesamt kostet die Entscheidung der Teameigner 120 Menschen ihre Anstellung. Für sie muss nun ein Sozialplan aufgestellt werden.

Bei den Basketballern von RheinEnergie sieht es wieder besser aus. Obwohl das Team eine ordentliche Saison gespielt hatte und erst in der Playoff-Halbfinalserie mit 2:3 gegen Quakenbrück gescheitert war, stellte die wirtschaftliche Situation den Fortbestand des Klub ernsthaft in Fgae. Der Vertrag mit dem Hauptsponsor ist ausgelaufen, drei Wochen lang wusste keiner so recht, ob es überhaupt weitergehen würde.

In Köln machten Gerüchte von Kündigungen die Runde, ein komplettes Horror-Szenario wurde aufgebaut. Doch damit räumte Jens Brämmer gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung auf. „Das stimmt nicht”, sagte der beim Klub fürs Sponsoring Verantwortliche. „Es gab keine Kündigungen. Wir werden nächstes Jahr antreten. Wir haben eine Lizenz und eine Mannschaft.”

Brämmer teilte zudem mit, dass man mit einem neuen Namen in die kommende Saison gehen wird. „Aber den nennen wir noch nicht”, schweigt er sich über den neuen Hauptsponsor noch aus. Die neue Arena soll bis zum 1. September 2008 fertig sein. Bis dahin wird im „Dome” gespielt.