Köln: Köln bleibt nach der Nullnummer weiterhin ohne Saison-Niederlage

Köln: Köln bleibt nach der Nullnummer weiterhin ohne Saison-Niederlage

Es war am 28. Spieltag der vergangenen Saison, als der 1. FC Köln mit einem mut- und ideenlosen Auftritt bei der 0:3-Niederlage in Kaiserslautern die Chance auf den Relegationsplatz verdaddelte. Fünf Monate später hat die Mannschaft von Peter Stöger ein anderes Gesicht, ein anderes Auftreten: Acht Tore in zwei Spielen lautete die beeindruckende Bilanz vor der Begegnung, nach sieben Spieltagen noch ungeschlagen. Die Serie hielt auch gegen die Pfälzer, auch wenn das torlose Unentschieden sicher nicht alle Erwartungen des Publikums erfüllte.

Dabei begann die Partie vor ausverkauftem Stadion mit zehnminütiger Verspätung und furiosen Anfangsminuten: Der FCK vertändelte in den ersten zwei Minuten zwei Chancen durch Willi Orban und Simon Zoller, dafür überlistete Patrick Helmes auf der Gegenseite fast Torhüter Tobias Sippel mit einem Lupfer (3.).

Eine mustergültige Flanke, die Helmes von der Außenlinie schlug, setzte Kölns zweite Spitze, Anthony Ujah, per Kopf knapp neben das Gehäuse (15.). Und während die Latte am Tor von Kölns Keeper Timo Horn nach einem Kopfball von Olivier Occean noch leicht vibrierte, setzte Marcel Risse im direkten Gegenzug den Ball fast am überraschten Sippel vorbei in die Maschen (27.).

Und bereits in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs setzte Daniel Halfar einen Drehschuss knapp neben das Tor. Und da zuvor auch Lauterns Zoller (22.) und Helmes (34.) mit knapp verpassten Kopfbällen ihre Chancen nicht nutzten, hätten zwar drei, vier Treffer fallen können, doch die Anzeigetafel blieb leer. „Das war ein außergewöhnlich gutes Spiel mit vielen Tormöglichkeiten.

Es ist fast unmöglich zu glauben, dass diese Partie mit 0:0 in die Pause gegangen ist“, schätzte auch FC-Coach Peter Stöger ein — und wirkte fast überrascht, dass der FCK bei der ersten Begegnung unter dem neuen Trainer Kosta Runjaic einen ganz anderen Auftritt hinlegte, als bei den Wackelpartien zuvor.

Die Erwartungen, die die rassige erste Halbzeit geweckt hatte, konnte der zweite Durchgang über weite Strecken nicht erfüllen. Fast eine halbe Stunde lang plätscherte das Spiel zwischen den beiden Strafräumen hin und her, ohne dass sich den Offensiven Möglichkeiten zum Abschluss boten.

Die erste echte Torchance holte der fünf Minuten zuvor für Yannick Gerhardt eingewechselte Slawomir Peszko heraus — und wurde auch fast unfreiwillig zum Vollstrecker: Den von Peszko an der Strafraumecke herausgeholte Freistoß schoss Helmes scharf, der abgefälschte Ball traf den verduzten Peszko frei stehend mehr als dass er ihn schoss, und so landete der Ball neben dem Tor (71.).

Der FC hatte weiterhin mehr Ballbesitz, spielte die präziseren Pässe, hielt öfter drauf in Richtung Tor, doch an der Nullnummer war bis zum Abpfiff nicht mehr zu rütteln.

„Ich bin stolz, dass meine Mannschaft nicht gierig geworden ist, unbedingt den Treffer erzielen will und wir am Ende vielleicht in einen Konter laufen“, kommentierte Dominic Maroh die 90 Minuten aus der Sicht eines Innenverteidigers. „Kaiserslautern hat auch das Potenzial in der Bundesliga zu spielen und wir können bei solch einem hochkarätigen Gegner nicht alles verhindern.“

Auch Marcel Risse konnte der Punkteteilung durchaus positive Momente abgewinnen: „Das war eine sehr intensive Partie, wir bleiben weiterhin ungeschlagen und nehmen gerne den Punkt mit.“ Zwei Meinungen, die auch Kölns Trainer in der Analyse bestätigte.

„Wir haben eine junge Mannschaft, die in einem Entwicklungsprozess steckt“, wehrte der Österreicher Fragen nach defensiven Schwächen seines Teams ab.

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