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Frauen-WM 2027: Keine WM-Spiele am Tivoli

Frauen-WM 2027 : Keine WM-Spiele am Tivoli

Der DFB will bei der Frauen-WM 2027 in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Köln spielen, falls es den Zuschlag gibt. Aachen geht leer aus. Gemeinsame Bewerbung mit den Niederlanden und Belgien.

Sieben Bewerberstädte für die Frauen-Fußball-WM im Jahr 2027 gab es. Am Freitag hat der DFB sich festgelegt. In Dortmund, Duisburg, Düsseldorf und Köln sollen Spiele ausgetragen werden, wenn der Verband den Zuschlag für das Turnier bekommt, das gemeinsam mit den Niederlanden und Belgien ausgerichtet werden soll. „Die Auswahl der Kandidatenstädte ist ein entscheidender Faktor, um eine herausragende Bewerbung einzureichen“, sagt DFB-Präsident Bernd Neuendorf. „Wir sind davon überzeugt, dass die ausgewählten Städte und Stadien hervorragende Bedingungen für die Austragung des Turniers bieten und dazu beitragen werden, die Frauen-WM auf ein neues Level zu heben.“

Der weltgrößte Verband berücksichtigte die interessieren Kommunen Gelsenkirchen, Mönchengladbach und auch Aachen nicht. Am Tivoli, Kapazität 32.000 Zuschauer, hätten Spiele bis zum Viertelfinale stattfinden können. Ab dem Halbfinale sind größere Arenen vorgeschrieben. Im Evaluierungskonzept wurde Aachens geographische Nähe zu den beiden Nachbarländern hervorgehoben. Gelobt wurde auch die Bereitschaft der Stadt, Haushaltsmittel für die WM bereitzustellen, die den gesamten Sportpark Soers aufgewertet hätten. Auch Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Kaiserstadt wurden betont.

Im Vergleich zu den anderen Bewerbern gab es relativ wenige Mädchen und Frauen in Fußballvereinen in der Region. Geringer in Relation seien auch die Mittel, mit denen die Stadt Projekte im Frauenfußball fördere. Im Rahmen der Sportförderung stehe ein jährliches Budget von 40.000 Euro für Integrationsmaßnahmen, u.a. im Mädchen- und Frauenfußball, zur Verfügung, heißt es im Bericht.

Hervorgehoben wurde, dass die Frauenmannschaft von Alemannia Aachen ihre Heimspiele ebenso am Tivoli austrägt wie die Männermannschaft. „Dies ist eine bewusste Entscheidung von symbolischer Bedeutung für die Anerkennung der Frauen und zur Förderung von Gleichberechtigung durch den Fußball“, ist im Bericht festgehalten. Wenig begeistert waren die Gutachter über die eher geringe Anzahl an Spielerinnen und Mannschaften. Das ranghöchste Team starte nur in der Regionalliga, einer Liga mit überschaubarer Strahlkraft. Bemängelt wurde auch, dass die Stadt viele Einzelmaßnahmen, aber kein Gesamtkonzept vorgestellt habe.

Die deutschen Bewerberstädte sind nun ausgewählt, bei den beiden möglichen mitausrichtenden Verbänden in den Nachbarländern muss die Entscheidung noch getroffen werden. Bislang haben nur diese drei Länder ihr Interesse, die WM 2027 gemeinsam auszurichten, hinterlegt. Inoffiziell haben die USA, Italien, Dänemark und Chile Ambitionen zumindest signalisiert.

Deutschland wäre bei einer erfolgreichen Bewerbung zum zweiten Mal nach 2011 Ausrichter einer Weltmeisterschaft der Frauen. Wann über die Vergabe der zehnten WM entschieden wird, ist noch offen. Die kommende WM, die erste mit 32 Teams, findet 2023 in Australien und Neuseeland statt.

(pa)