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Düsseldorf: Keine Aufheiterung: Tristesse im Langlaufsprint

Düsseldorf : Keine Aufheiterung: Tristesse im Langlaufsprint

An einem verregneten Nikolaustag haben die deutschen Skilangläufer die Miene ihres Bundestrainers Jochen Behle nicht erhellen können und einen versöhnlichen Ausklang des Heim- Weltcups in Düsseldorf verpasst. Keines der vier gestarteten Duos konnte sich für die Schlussrunde am Sonntag qualifizieren.

Damit boten die Athleten ein ähnlich tristes Bild wie am Tag zuvor im Einzel, als alle neun Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV) nicht in die Finalläufe kamen. „Das war sicher kein zufriedenstellendes Wochenende. Bei den Männern war ein bisschen Pech dabei. Wir hatten aber schon gehofft, dass wir da eine Mannschaft ins Finale bringen”, kritisierte Behle.

Dafür boten die deutschen Frauen eine leicht ansteigende Formkurve. Das Duo Claudia Nystad aus Oberwiesenthal und Evi Sachenbacher-Stehle aus Reit im Winkl landete mit 2,9 Sekunden Rückstand auf den Sieger Italien auf Platz fünf. „Es geht langsam nach vorne. Uns fehlen aber die schnellen Einheiten”, meinte Nystad. Ihre Kollegin Sachenbacher-Stehle ergänzte: „Wir waren nicht chancenlos. Die Abstände sind nicht mehr so groß.” Auch Behle konnte mit dem Abschneiden seiner Athletinnen leben: „Rang fünf geht in Ordnung. Wir hätten aber gerne jemanden auf dem Podest gehabt.”

Vor allem das Ausscheiden des Duos Josef Wenzl aus Zwiesel und Tom Reichelt aus Oberwiesenthal war bitter. Im Halbfinale entschied erst das „Foto Finish” gegen die Deutschen und für die USA. „Ich hatte mich eigentlich gut gefühlt und hätte besser laufen können. Meine Taktik hat aber nicht ganz gepasst”, bilanzierte der 24-Jährige. Als bester DSV-Athlet war er am Samstag 40. im Einzel geworden.

Die Enttäuschung über das vorzeitige Aus im Teamsprint hielt sich bei Jens Filbrich aus Frankenhain in Grenzen. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Ich muss erst noch in die Wettkämpfe hineinfinden”, sagte der 30 Jahre alte Ausdauerläufer. „Das Finale hatten wir uns erhofft. Dass wir es verpasst haben, ist aber kein Beinbruch”, betonte er. Zusammen mit Tim Tscharnke aus Biberau hatte auch er das Finale verfehlt, in dem die Russen Alexej Petjukow und Nikolai Morilow siegten. Petjukow hatte zuvor auch im Einzel gewonnen.

Filbrich verzichtet nun auf den Weltcup in der kommenden Woche in Davos und will sich stattdessen auf einen Start in zwei Wochen im slowenischen Rogla konzentrieren. „Bei den 30 Kilometern klassisch will ich dort die Olympia-Norm knacken”, formuliert er sein Ziel.

Für einen Lichtblick bei den deutschen Frauen sorgte die erst 18 Jahre alte Hanna Kolb aus Buchenberg. Bei ihrem ersten Weltcup-Start lief sie als beste Deutsche im Einzel auf Rang elf und erfüllte eine Teil-Norm für die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Hanna Falk aus Schweden sicherte sich den Sieg. Das vorzeitige Ausscheiden im Teamsprint mit Nicole Fessel aus Oberstdorf konnte Kolb ohne Kummer verschmerzen. „Das ist schade. Mein Fazit aber bleibt: Es war ein geniales Wochenende”, meinte sie.