Aachen: Kaderplaner Kilic: „Es kommen alle auf den Prüfstand“

Aachen: Kaderplaner Kilic: „Es kommen alle auf den Prüfstand“

Am Samstagabend erfuhr Fuat Kilic am Telefon von einer Beförderung, um die er sich nicht beworben hatte. Ein paar Minuten vorher war Alexander Klitzpera beurlaubt worden, und dessen Aufgaben wurden nun telefonisch Alemannias Trainer aufgehalst.

Das ist ein Salto rückwärts im Verein, denn die Position des Sportdirektors war vor 14 Monaten ausdrücklich eingerichtet worden mit dem Hinweis, dass die Trainer deutlich entlastet werden sollten. Nun wird die Zeit zurückgedreht. Kilic spricht positiv von einer „Herausforderung“, auch in Saarbrücken bei seinem vorherigen Arbeitgeber feilte er am Kader.

Die Rahmenbedingungen dafür lernt er in den nächsten Tagen kennen, sagt er. Schnell hat sich in der Branche die geänderte Lage am Tivoli herumgesprochen. „Email-Programm und Mailbox laufen über“, sagt der 42-Jährige. Dutzende Berater preisen ihre Klienten als neue Heilsbringer an. Kilic will sich kurzfristig einen Überblick über die vertraglichen Konstellationen bei Alemannia verschaffen. Dass dringend Änderungsbedarf besteht, wurde ihm am ersten Tag als neuer Sportdirektor vorgeführt. Das matte 2:2 beim Tabellenletzten Wegberg-Beeck war der nächste sachdienliche Hinweis.

„Für mich wäre es viel einfacher zu reagieren, wenn das Team lustlos unterwegs wäre, aber Einsatz und Elan sind da.“ Es fehlt die mentale Robustheit, nach Gegentreffern fliegt der Laden regelmäßig auseinander. Der neue Sportdirektor ruft die Zeit der Bewährung aus. „Es kommen alle auf den Prüfstand — auch unabhängig von vertraglichen Laufzeiten. Jeder kann sich bewerben, dass er nächste Saison noch am Tivoli arbeiten will, wenn wir ganz anders auftreten müssen.“

Trainer Kilic kann nun stärker mitentscheiden. Seit dem Wochenende hat er einen ganz engen Draht zum neuen Sportdirektor.

(pa)
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