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Kailua Kona: Ironman-Teilnehmer: Sie wissen jetzt, was der Mythos Hawaii bedeutet

Kailua Kona : Ironman-Teilnehmer: Sie wissen jetzt, was der Mythos Hawaii bedeutet

In der Heimat sind die hiesigen Triathleten noch nicht — nach dem Ironman auf Hawaii, der Weltmeisterschaft, machen die fünf Sportler noch Urlaub in den USA.

Zu ihren Leistungen, Eindrücken und Gefühlen haben sich Arndt Bleimann, Erich Keuchen, Sven Gerber, Rainer Billig und Matthias Weitz aus den Staaten aber schon gemeldet. Der Tenor: Sportlich lief es bis auf eine Ausnahme rund, persönlich waren sie überwältigt.

Der Wettkampf in der Nacht zu Sonntag bestand aus 3,86 Kilometern im Wasser, 180 auf dem Rad und dem Marathon über 42,2 Kilometer.

„Wir sind alle sehr glücklich und zufrieden — bei uns drei Brandern ist es so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir sind alle bei Tageslicht angekommen“, schrieb Bleimann per E-Mail aus Hawaii und meinte damit sich selbst und seine Teamkollegen Sven Gerber und Erich Keuchen vom Brander SV. Der Stolberger ist nach 10:52:06 Stunden auf Platz 1001 ins Ziel gelaufen. In seiner Altersklasse landete der 45-Jährige auf Rang 144.

„Bei mir war alles intensiver, als ich es mir ausgemalt habe: Das Flair, der Mythos, die heißen Lavafelder, die tückischen Winde, der Alii Drive, die Palani Road, die Ziellinie. Alles Dinge, die ein Triathlon-Herz höher schlagen lassen . . .“, hieß es weiter — es fällt schwer, nicht zu glauben, dass ihm mehrfach rückblickend auf die vielen Trainingsstunden „Tränen in die Augen“ geschossen seien. Mit den Worten „Jetzt wissen wir, was der Mythos Hawaii bedeutet“ schloss Bleimann seine E-Mail ab.

Sven Gerber, Altersklasse 45, lief als einziger der drei Brander Athleten unter zehn Stunden — 9:59:32 leuchtete auf der Anzeigetafel. Platz 447 insgesamt, 38. der Altersklasse. Das Schwimmen verlief „super“, auf dem Rad habe er sich etwas geschont, um im Laufen („Es war hart“) bei Außentemperaturen von bis zu 40 Grad auf den Lavafeldern der Insel Kona noch mal alles rauszuholen.

Erich Keuchen, Altersklasse 50, sprach nach seinem Hawaii-Debüt von dem „sportlichen Ritterschlag“, den er sich einholen durfte. Trotz Problemen beim Laufen zwischen den Kilometern 31 und 34 war es für den Feuerwehrmann ein „perfekter Tag — alles ist nach Plan gelaufen“. In 10:27:52 Stunden landete Keuchen auf Rang 36 seiner Altersklasse und im Gesamtklassement auf Platz 747 — er hat sein persönliches Ziel erreicht: Es sollte nämlich keine zwölf Stunden dauern.

Rainer Billig, Altersklasse 55, vom Triathlonteam Eupen hat diese Marke verfehlt: Nach 12:17:43 Stunden war die Qual vorbei — in mehrfacher Hinsicht. Nach fünf Kilometern auf der Marathon-Strecke hatte er mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen und musste daher mehr gehen als laufen. Im Vergleich zu Sven Gerber (3:43:39) brauchte er mit 5:34:37 Stunden fast zwei Stunden länger. Billig belegte letztlich Gesamtplatz 1663 und Rang 70 in der Altersklasse.

Probleme mit dem Wellengang

Ein Aachener Ironman-Teilnehmer, der in Zürich gemeldet ist und in London studiert, ist der 27-jährige Matthias Weitz. Er blieb in 9:44:36 ebenfalls unter der Zehn-Stunden-Marke. Der angehende Physiotherapeut hatte beim Schwimmen anfangs seine Probleme mit dem Wellengang und benötigte gute zehn Minuten länger als unter normalen Bedingungen für ihn üblich sei (1:02:56). Die verlorenen Minuten hat Weitz dann auf dem Rad aufgeholt.

Enormen Respekt hatte Weitz, der in seiner Altersklasse 37. wurde (gesamt: 295.), vor den Lavafeldern und der Hitze, so dass er manche Steigungen trotz „vollen Energiespeichers“ verhalten angegangen ist. Bei der nächsten Teilnahme wolle er dort „20 bis 25 Minuten“ schneller unterwegs sein.

Weitz erzählte im Nachhinein von der „sportlichen Gemeinschaft“, die zwischen den Athleten herrschte: Für ihn war es selbstverständlich, dem schwächelnden Brasilianer Gustavo Araujo Santos — der einen Platz vor dem Aachener landete — ins Ziel zu helfen. Bei Weitz selbst lief „alles rund“ — und tags darauf war Feiern mit dem deutschen Top-Athleten und zweitplatzierten Sebastian Kienle angesagt.

(cro)