Mooloolaba/Aachen: Ironman 70.3 WM: Aachenerin unter den besten 14 der Welt

Mooloolaba/Aachen: Ironman 70.3 WM: Aachenerin unter den besten 14 der Welt

Mooloolaba, Queensland, Australien — In einem hochklassigen Rennen mit einigen überraschenden Ereignissen kämpft sich Astrid Stienen unter die besten 14 der Welt. Kurz nach Sonnenaufgang bei perfekten äußeren Bedingungen ging die Aachenerin als eine von 39 qualifizierten Profi-Athletinnen an den Start an der bei Touristen aus aller Welt beliebten Sunshine-Coast.

Die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft fand zum ersten Mal in Australien statt. Die erste Disziplin mit 1,9 Kilometer durch den pazifischen Ozean konnte Astrid Stienen bereits nach 27:18 Minuten als erledigt abhaken und begab sich auf aussichtsreicher Position mit circa drei Minuten Rückstand aufs Podium auf die abwechslungsreiche Radstrecke durch das australische Hinterland.

Die Radstrecke sollte nach knapp 60 der zu bewältigenden 90 Kilometer einen Scharfrichter mit einem Anstieg von 20 Prozent und 700 Metern Länge bringen. Für diesen Teil hatte Stienen sich viel vorgenommen und konnte sich konstant nach vorne arbeiten. Nach weiteren 2:25 Stunden erreichte sie als 15 die Wechselzone.

Während es für Stienen auf der Radstrecke perfekt lief, musste die amtierende Weltmeisterin Daniela Ryf dort überraschender Weise all ihre Träume von der Titelverteidigung begraben und wechselte nur sieben Plätze vor Stienen in die Laufschuhe. Bei diesem Wechsel passierte Stienen der einzige Fehler in einem ansonsten herausragenden Rennen. Sie öffnete ihren Helm bevor das Fahrrad abgestellt war und bekam dafür eine Zeitstrafe der Schiedsrichter. „Es war einfach ärgerlich“, gab Stienen später zu Protokoll, „es war ein Fehler von mir, aber ich war völlig im Rennmodus und nur darauf bedacht meinen Traum von den Top Ten zu erreichen“.

„Wirklich alles gegeben“

Für diesen Traum sollte die ehemalige Altersklassenweltmeisterin noch richtig kämpfen und gab sich zuversichtlich auf die Laufstrecke. „Es hat erst etwas gedauert, da ich auf dem Rad wirklich alles gegeben habe, aber nach acht Kilometern gingen die Beine wieder auf und ich konnte meine Laufstärke abspielen“, sagte Stienen strahlend im Ziel, während das Gesicht von den Strapazen erzählte und der Großteil der 3000 Starter an der heißen Küste unterwegs war.

Für die Top Ten reichte es letzten Endes nicht ganz. Platz 14 sollte es mit neuer persönlicher Bestleistung von 4:22:43 Stunden sein. Als Siegerin konnte sich überraschend die Engländerin Holly Lawrence vor Stienens Trainingskollegin der letzten beiden Wochen Melissa Hausschildt feiern lassen. Die Kanadierin Heather Wurtele komplettierte das Podium, welches zur Freude der Gastgeber komplett aus Commonwealth-Bewohnern bestand.

Bei den Männern verpasste Sebastian Kienle aus Deutschland denkbar knapp den Sieg mit nur Sekunden hinter dem Australier Tim Reed.

Für Stienen, im übrigen als Kinderärztin die einzige Berufstätige Starterin im Profistarterfeld geht es bereits in vier Wochen beim Ironman Barcelona weiter. Hier möchte die ambitionierte Sportlerin wieder alle Karten auf den Tisch legen und auf Sieg setzen. Um dies zu erreichen wird sie schon am Dienstag wieder nach Deutschland zurück fliegen und das Training gezielt darauf ausrichten.