Aachen: Im Champions Tiebreak diesmal weniger Glück

Aachen: Im Champions Tiebreak diesmal weniger Glück

Der erste ,Matchball‘ wurde sozusagen vergeben. Hätten die Frauen von Blau-Weiss Aachen am Samstag den dritten Sieg in der Tennis-Bundesliga eingefahren, wäre der Klassenerhalt frühzeitig in trockenen Tüchern gewesen. Doch zum Schluss gab es eine knappe 4:5-Niederlage gegen den DTV Hannover.

„Wir müssen noch eins von drei Spielen gewinnen, das sollte gelingen“, so Aachens Coach Thilo Fritschi zuversichtlich. Trotz der Niederlage behauptet der vorjährige Vizemeister nach drei Spieltagen Platz zwei.

3:3 hatte es nach den Einzeln gestanden. „Ganz im ernst, hätte mir am Morgen jemand gesagt, es würde 3:3 stehen, hätte ich das unterschrieben. Während der ersten drei Einzel hatte ich mit einem 0:3 gerechnet nach einem sehr nervösen Start“, so Fritschi. Doch Elyne Boeykens gewann erneut ihr Einzel und ist in dieser Saison noch unbesiegt. Nach einem „fantastischen ersten Satz“ war sie im zweiten Satz 0:5 in Rückstand geraten, hatte aber ausgeglichen und entschied den Tiebreak deutlich für sich. Valentini Grammatikopoulou unterlag der „Alt-Internationalen“ Patty Snyder. „Der erste Satz ging zu schnell zu Ende“, war Fritschi „nicht hundertprozentig zufrieden“. Nach einer langen Verletzungspause stand Steffi Distelmanns erstmals wieder auf dem Platz. Den ersten Satz verlor sie im Tiebreak. Fritschi: „Einige Punkte waren schwer zu gewinnen, mit etwas Glück hätte sie die Partie aber für sich entscheiden können.“

Weiterhin aggressiv

Quirine Lemoine, Aachens Nummer eins, verloren ihren ersten Satz glatt 0:6. „Sie spielte von Beginn an wie gewohnt aggressiv, hat aber hinterher weniger Fehler gemacht“, so Fritschi. Im Champions Tiebreak fuhr Lemoine den zweiten Punkt für Aachen ein, Marie Benoit den dritten. „Sie hat ihre Gegnerin im ersten Satz förmlich niedergekämpft, danach mit Selbstvertrauen den Sack zugemacht“, zollt ihr der Trainer Lob. Dem umkämpften 7:5 folgte ein klares 6:1 im zweiten Satz. Lisa Mätschke musste sich in einem umkämpften Spiel diesmal im Champions Tiebreak geschlagen geben. „Sie hat gut gespielt, aber diesmal hat ihr das Quäntchen Glück gefehlt, das sie in der vergangenen Woche hatte.

Und so stand es 3:3 nach den Einzeln. „Ein Team wird 5:4 gewinnen“, orakelte Fritchi zwinkernd — aber mit der Hoffnung, dass Aachen wieder das bessere Ende für sich haben würde. Es sollte anders kommen. Elyne Boeykens entschied an der Seite von Eva Wacano im dritten Doppel den ersten Satz in Windeseile für sich. Der zweite war umkämpfter, die Punkte aber letztlich auf der Habenseite. Magali Kempen und Lisa Mätschke gerieten gegen Patty Snyder und Laura Pous Tio gleich ins Hintertreffen. Dann — es stand 0:2 und 15:15 — ging Mätsche rückwärts, stürzte und musste behandelt werden. Das Spiel war unterbrochen, und die Pause schien den Gästen nicht gut zu bekommen. Mit dem „Wiederanpfiff“ gewann Aachen den Satz, rang Hannover ein Break ab und gewann den eigenen Aufschlag. Beim Stand von 4:4 hatte Aachen Vorteil, gab den Punkt, den Satz und das ganze Spiel noch ab. Quirine Lemoine und Demi Schuurs unterlagen in Satz eins fast ebenso schnell wie Boeykens/Wacano siegten, kämpften sich dann aber zurück und mussten erst im Champions Tiebreak mit 7:10 den Gästen den Gesamtsieg überlassen.

Aachen - Hannover 4:5: Quirine Lemoine - Magdalena Frech 0:6, 6:4, 10:5, Valentini Grammatikopoulou - Patty Schnyder 1:6, 4:6, Marie Benoit - Shaline-Doreen Pip 7:5, 6:1; Eyne Boeykens - Lourdes Dominguez Lino 6:3, 7:6 (4), Lisa Mätschke - Angelina Wirges 7:5, 4:6, 5:10, Steffi Distelmanns - Laura Pous Tio 6:7 (4), 3:6; Magali Kempen/Mätschke - Schnyder - Pipa 4:6, 2:6, Lemoine/Demi Schuurs - Frech/Dominguez Lino 1:6, 7:5, 7:10; Boeykens/Eva Wacanno - Wirges/Pous Tio 6:1, 7:5

Weitere Ergebnisse: Hamburg - Karlsruhe 3:6, Ludwigshafen - Stuttgart 4:5

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