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Aachen: Handballer Flohr: „Niederlage sollte man nicht so hoch hängen“

Aachen : Handballer Flohr: „Niederlage sollte man nicht so hoch hängen“

Mir hat es sehr gut gefallen, was die deutsche Mannschaft bisher in Rio abgeliefert hat. Die Körpersprache, das Selbstbewusstsein, die Power in den Zweikämpfen, die Konstanz über 60 Minuten, das war das große Plus in den Duellen mit so starken Teams wie Schweden und Polen.

Die 30:33-Niederlage gegen Brasilien sollte man nicht so hoch hängen. Das war ein ganz anderes Spiel und man hat gesehen, wie viele Prozentpunkte eine Mannschaft im eigenen Land noch drauflegen kann.

Klasse, wie die Gastgeber aufgetreten sind. Unkonventionell, aggressiv in der Deckung, und so war es für mich ein richtig geiles Handballspiel. Brasilien und unsere Mannschaft sind für mich die Teams, die mit dem größten Selbstbewusstsein auftreten.

Spannend wird auf jeden Fall zu beobachten sein, wie sich die neue Regel mit einem siebten Feldspieler entwickelt. Es fällt auf, dass viele Teams offensiver gegen sieben Feldspieler verteidigen, nachdem zunächst oft eine 6:0-Deckung das erste Mittel war. So aber kann man den Ball führenden Spieler besser unter Druck setzen, und der hat nun noch mehr Verantwortung, nur ja nicht die falsche Entscheidung zu treffen.

Ich bin gespannt, ob diese Regel das Spiel noch attraktiver macht. Zurück zur Auswahl von Dagur Sigurdsson, die für mich heute gegen Slowenien oder am Montag gegen Ägypten den Viertelfinaleinzug klar machen wird. Und dann entscheidet auch die Tagesform, das Glück. Aber man muss die Basis haben, die richtigen Spieler, die Taktik, die Einstellung. Und das haben wir. Vielleicht treffen wir ja im Endspiel wieder auf die Brasilianer…“

Matthias „Matti“ Flohr (34), gebürtiger Aachener und in der Jugend des BTB Aachen groß geworden, spielt für HBW Balingen-Weilstetten in der Bundesliga. Der 15-fache Nationalspieler gewann mit dem HSV Hamburg 2011 den nationalen Titel und 2013 die Champions League. Für unsere Zeitung schreibt er über das Auftreten des Europameisters.