Aachen: Großer Respekt vor der Disziplin des Teams

Aachen: Großer Respekt vor der Disziplin des Teams

Das hübsche Paar schwebte über die Tanzfläche — und die Zuschauer in der Arena Kreis Düren waren begeistert. Kein Wunder: Valentin Lusin und Renata Busheeva sind Vize-Weltmeister in der Kür, waren u. a. WM-Fünfte, zwei Mal Deutsche Meister über die Zehn Tänze und gewannen im November DM-Bronze im Standard — alles bei den Amateuren.

Davon profitiert seit dem vergangenen Sommer auch die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß. Denn Valentin Lusin komplettiert seither das Trainerteam neben FG-Cheftrainer Oliver Seefeldt und Bernd Waldschmidt.

„Natürlich kannte ich die Formation und Oliver Seefeldt aus dem Klubhaus. Es war eine große Ehre, als er mich fragte, ob ich das Team mittrainieren wolle“, blickt Lusin zurück. „Ich war sehr nervös und aufgeregt, aber ich freue mich, dass ich beim weiteren Aufbau des Teams helfen kann.“ Formationserfahrung hat der 26-Jährige bereits, zwei Jahre tanzte er im Düsseldorfer Standard-Team.

Lusin wurde in St. Petersburg geboren und kam mit sieben Jahren nach Düsseldorf. Seit rund elf Jahren tanzt er mit der gebürtigen Ukrainerin Renata Busheeva. „Sie ist wegen des Tanzens nach Deutschland gekommen. Ich habe sie über ein Tanzportal gefunden, als ich eine Partnerin suchte“, sagt Lusin und lacht, denn kaum, dass die bildhübsche Tänzerin auf dem Parkett seine Partnerin geworden war, wurden die beiden auch im Leben ein Paar — Hochzeit Ende Mai eingeschlossen. „Es hat gleich gut gepasst — auf und neben dem Parkett.“ Während Lusin in Köln noch Sport und Biologie auf Lehramt studiert, hat die 26-Jährige ihr BWL-Studium bereits abgeschlossen.

Standard und die Zehn Tänze sind derzeit die Schwerpunkte der beiden Tänzer. „Wir haben auch lange Latein turniermäßig getanzt, aber es wurde einfach zu viel“, erläutert Lusin und zieht seinen Hut vor seinen Schützlingen: „In der Formation zu tanzen, ist unglaublich viel Aufwand. Ich habe großen Respekt vor der Disziplin und der Motivation der Mannschaft, die sogar eine Menge Zusatztraining vor der WM auf sich genommen hat.“ Im Trainerteam ist der 26-Jährige in seinen Trainingseinheiten vor allem für die Technik und das Tänzerische zuständig. „Das Tänzerische wird stetig besser, man spürt deutlich eine Entwicklung. Ich versuche, die Mannschaft wie eine normale Gruppe zu trainieren. Obwohl es Unterschiede gibt, wenn die Tänzer ihre Bilder stellen und in ihre Positionen kommen müssen“, erläutert Lusin und ergänzt: „Aber ich lerne gerade selbst unglaublich viel über das Formationstanzen.“ Es selbst im A-Team zu probieren, würde ihn schon reizen, aber: „dann müsste ich erst einmal lernen, Pirouetten zu drehen“, sagt der Trainer lachend.

Heute steht in der Bundesliga der Lateinformationen das vierte Turnier in Buchholz an. „Den Weltmeister zu schlagen, ist natürlich schwer. Aber wir wollen ihm als Zweiter mindestens wieder Einser-Wertungen abnehmen.“ Was schon bei der DM und in der Bundesliga gelang. Das Ticket für die EM am 3. Mai in Düren hat Aachen/Düsseldorf so gut wie in der Tasche, nur Blackouts bei den letzten beiden Turnieren könnten noch einen Strich durch die schöne Rechnung machen. „Dann bin ich leider nicht mit dabei“, sagt Lusin, der mit Seefeldt, Waldschmidt und dem Team schon DM-Silber und WM-Bronze feiern durfte, bekümmert. Eine Woche vorher vertreten Lusin/Busheeva Deutschland bei der EM Zehn Tänze, zeitgleich mit dem Dürener Termin muss das Paar bei der DM ran. „Jedes andere Turnier hätte ich abgesagt. Da die DM aber zugleich Qualifikation für internationale Turniere ist, müssen wir da tanzen“, bedauert Valentin Lusin. Denn auch bei der EM am 3. Mai dürfen die FG-Tänzer durchaus mit einer Medaille liebäugeln.

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