Augsburg: Gladbachs bescheidener Torjäger

Augsburg : Gladbachs bescheidener Torjäger

Als das Spiel von Borussia Mönchengladbach beim FC Augsburg zu Ende war, stand natürlich Alassane Plea im Fokus. Weil er das gemacht hatte, wofür ihn die Borussia geholt hat: ein Tor geschossen. Trainer Dieter Hecking hatte den 23 Millionen Euro teuren Angreifer in der Halbzeit eingewechselt, und in der 68. Minute lieferte der Franzose.

Mit seinem ersten Treffer in der Fußball-Bundesliga sicherte Plea den Gladbachern ein 1:1 — und empfahl sich zugleich dafür, vielleicht schon nach der Länderspielpause mehr als ein wertvoller Teilzeit-Arbeiter für seinen neuen Verein zu sein. „Ich gewöhne mich langsam an die Bundesliga. Das Tor hilft mir dabei“, sagte Gladbachs neuer Millionen-Mann. Nach der Tor-Premiere blieb der 25-Jährige, der von OGC Nizza kam, bescheiden: „Ich muss trainieren und mich weiter an die Liga gewöhnen.“

Bei seinem Kopfballtor nach einer Ecke von Thorgan Hazard bewies der Franzose, dass er „ein Näschen im Strafraum“ hat, wie Hecking bemerkte. Schon beim Pokal-Einstieg gegen den BSC Hastedt hatte Plea beim lockeren Gladbacher 11:1-Erfolg mit drei Toren eine Duftmarke gesetzt. Dennoch verfallen Borussias Bosse nicht gleich in Euphorie. „Wenn du noch einen hast, der Tore machen kann, ist das gut. Er hat getroffen, okay“, sagte Manager Max Eberl über den Edeljoker. Hecking sprach von einem „tollen Moment“ für Plea, von dessen Qualitäten er überzeugt ist. Das sehe er täglich im Training. „Immer da, wo‘s brennt und der Ball hinfällt, ist auch Plea in der Nähe.“

Hecking sieht den neuen Torjäger aber noch „in einer Lernphase“, wie er in Augsburg schilderte: „In der Ligue 1 in Frankreich ist das Gefälle, bei allem Respekt vor Spitzenteams wie Paris Saint-Germain, doch enorm. Er sieht, dass er in der Bundesliga in jedem Spiel hundert Prozent geben muss, um dem Spieltempo folgen zu können. Es geht jetzt Schritt für Schritt. Aber ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung.“ Plea könnte die vielen Millionen wert sein. Davon ist Hecking nach kurzer Zusammenarbeit überzeugt: „Klar, er hat viel Geld gekostet. Aber andere Spieler kosten auch viel Geld und schießen kein Tor.“

Mit seinem Treffer egalisierte Plea die Augsburger Führung, für die Michael Gregoritsch mit einem satten Volley gesorgt hatte (12.). Und am Ende waren die Gladbacher mit dem Remis durchaus zufrieden. „Wenn man nach zwei Spielen vier Punkte auf dem Konto hat, ist das völlig in Ordnung“, befand Borussias Chefcoach Hecking. Im gleichen Atemzug wies er daraufhin, dass noch viel Arbeit auf ihn und sein Team wartet: „Wir haben im Sommer einige Umstellungen und Veränderungen vorgenommen, da kann man nicht erwarten, dass sofort alles rund läuft. Dennoch sind wir auf einem guten Weg.“ Das gilt auch für Plea.

(zva)