Länderspiel der Damen: Und wieder ein 8:0 eingeschenkt

Länderspiel der Damen : Und wieder ein 8:0 eingeschenkt

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft schlägt die Ukraine auf dem Aachener Tivoli vor 5504 Zuschauer. Sie sahen den nächsten souveränen Sieg der Nationalelf.

Die deutschen Fußball-Frauen sind auf dem Weg zur Europameisterschaft 2021 in England: Auch im dritten Spiel der EM-Qualifikation ließ das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nichts anbrennen: Nach dem 8:0 im Hinspiel schlugen die deutschen Frauen am Samstag auf dem Aachener Tivoli vor 5504 Zuschauern die Ukraine auch im Rückspiel mit 8:0 (4:0) und führt die Tabelle der Gruppe 1 mit neun Punkten und 26:0 Toren an.

„Das hat Spaß gemacht hier in Aachen“, war Voss-Tecklenburg nach dem überzeugenden Auftritt ganz relaxt. Die Gastgeberinnen ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, wer als Sieger den Platz verlassen würde. Sie schnürten die Ukrainerinnen in der eigenen Hälfte ein und hielten das Tempo hoch. Die Gäste, die das Hinspiel Anfang September in Lwiw mit 0:8 verloren hatten, versuchten defensiv mit einem 5-4-1-System die deutschen Angriffe aufzuhalten. Sie standen gut gestaffelt, kompakt und versuchten, wenig Lücken zu lassen. Doch auch wenig Raum reichte der deutschen Nationalelf: Sara Däbritz ging durch die Mitte, flankte nach links auf Klara Bühl, die von der Strafraumgrenze mit einem platzierten Flachschuss in den Winkel zum 1:0 abzog.

Gegen die kompakten Ukraine-Riegel versuchte das Team von Voss-Tecklenburg vor allem über Außen zu kommen und kombinierte sich durchaus sehenswert immer wieder durch, wie Giulia Gwinn (12.), die den Ball von der Außenlinie zurücklegte, doch die Ukraine konnte klären. Zwei Mal scheiterte Alexandra Popp (12., 20.), die auf der linken Seite ein starkes Spiel scheiterte, einmal wurde der Ball noch zur Ecke abgewehrt, einmal ging er knapp links vorbei, ebenso wie ein Schuss der Münchenerin Lina Magull.

Erst nach 24 Minuten erreichte die Ukraine zum ersten Mal an die deutsche Strafraumgrenze, und kurze Zeit verlagerte sich die Partie mehr ins Mittelfeld: Bis zum 2:0 (30.): Popp legte von links für Gwinn auf. Und sieben Minuten später flankte die deutsche Spielführerin auf Magull, die volley annahm und zum 3:0 (37.) traf. Nach einer weiten Flanke von Lena Oberdorf griff die ukrainische Keeperin Iryna Sanina am Ball vorbei – Magull reagierte sofort: 4:0 (42.).

Mit einem Doppelpack von Klara Bühl (58., 61.) ging der deutsche Torreigen nach der Pause weiter. Ein einziges Mal gelang es der einzigen ukrainischen Stürmerin Olha Ovdiychuk sich in einem Alleingang bis zum deutschen Fünfmeterraum durchzutanken, ehe sie gestoppt wurde. Es sollte eine von drei Gelegenheiten bleiben, in der die Ukraine in der zweiten Hälfte nennenswert in die deutsche Hälfte eindrang. Nach dem 0:6-Rückstand schien bei den Gästen ein wenig die Luft raus zu sein, sie ließen sich wieder hinten rein drängen, konnten kaum für Entlastung sorgen. Per Kopf verlängerte die eingewechselte Melanie Leupolz (87.) einen platziert geschossenen Freistoß zum 7:0 und ließ in der Nachspielzeit noch einem Torwart-Fehler mit ihrem dritten Treffer noch das 8:0 folgen.

„Das hat mir gefallen heute“, war die Bundestrainerin zufrieden. „In der ersten Hälfte gab es eine kurze Phase, in der wir etwas ungenau agierten, haben uns dann aber wieder gefangen. Wir haben die Tore sehr gut herausgespielt, davon waren schon einige hochanspruchsvoll.“ Etwas überrascht war sie über die Aufstellung der Ukraine. „Ich hätte sie stärker erwartet – aber wir haben auch richtig gut gespielt. Gegenüber dem Hinspiel hat man einige Akteurinnen rausgelassen – wohl mit Blick auf das nächste Spiel am Dienstag. Und wie erwartet haben sie sehr defensiv agiert.“ Für die deutschen Frauen geht die EM-Quali nun am Dienstag in Griechenland weiter.

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