Roda Kerkrade meldet wohl Insolvenz an

Zweitligist meldet wohl Insolvenz an : Roda Kerkrade steht vor dem Aus

Roda Kerkrade droht der Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit, weil der niederländische Fußball-Zweitligist in große finanzielle Turbulenzen geraten ist. Wie ein Sprecher des Vereins auf Anfrage bestätigte, fehlen dem Klub derzeit rund 900.000 Euro, um den Spielbetrieb über den Sommer und in der kommenden Saison aufrechtzuerhalten.

Falls das nötige Geld nicht schnell aufgetrieben werden kann, wird Roda einen Insolvenzantrag stellen – und das könnte bereits in den nächsten Tagen der Fall sein, womöglich bereits am heutigen Dienstag. So hat es zumindest Frits Schrouff angekündigt, er ist der Boss des Vereins, der im Sommer 2018 aus der Eredivisie abgestiegen war und in der gerade abgelaufenen Saison enttäuschender 13. in der 2. Liga geworden ist.

Schrouff hält laut niederländischen Medienberichten rund 80 Prozent der Anteile am Verein, der Investor hat mehrfach Defizite im Budget ausgeglichen. Dazu sei der 79-Jährige nun nicht mehr bereit, sagte der Vereinssprecher. In den vergangenen vier Jahren habe Schrouff rund 19 Millionen Euro investiert; jetzt wolle er nicht noch mehr Geld „verlieren“. „Er möchte, dass ein anderer Investor Verantwortung für Roda übernimmt“, erklärte der Sprecher.

Ein neuer Investor ist aber wohl noch nicht gefunden. In den vergangenen Tagen war über ein Engagement von Mikhail Ponomarew in Kerkrade spekuliert worden; der russische Geschäftsmann fungiert derzeit beim deutschen Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen als Präsident und Geldgeber, er mischte vor einigen Jahren unter anderem auch beim Eishockey-Klub Düsseldorfer EG mit.

Ob Ponomarew tatsächlich ein Kandidat für die Übernahme Rodas ist oder zumindest war, ist unklar. Am heutigen Dienstag kommen die Anteilseigner des Klubs zusammen, um über das weitere Vorgehen zu sprechen. Und im besten Fall einen Investor zu finden, der den Klub aus seinen finanziellen Nöten befreit. Anhänger des Klubs spenden für den Verein, um zumindest einen Teil der nötigen Summe aufzubringen. Auch ehemalige Spieler und Trainer wie Ger Senden und Huub Stevens sind aktiv geworden; inwieweit sie sich engagieren wollen, ist noch unklar.

Falls Roda einen Insolvenzantrag stellen muss, hätte der Klub noch zwei Wochen Zeit, bis ein rechtskräftiges Urteil ergehen würde; so sagte es der Sprecher. „Wir vertrauen aber darauf, dass wir eine Lösung finden und auch in der nächsten Saison zweitklassig spielen.“ Alles andere wollen sie sich in Kerkrade nicht vorstellen.

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