Netzschau zum Spiel Deutschland gegen die Niederlande

Netzschau zum Spiel Deutschland gegen die Niederlande : Vorne hui, am Ende unkonzentriert

Am Montagabend empfing die Deutsche Nationalmannschaft im abschließenden Spiel der Nations League die Niederlande zum Rückspiel auf Schalke. Durch den Sieg von Oranje am Freitag über Frankreich stand der Abstieg von Jogis Jungs in die B-Liga aber bereits im Vorfeld fest. Mit einem Sieg wollte sich die DFB-Truppe aber zumindest eine gute Ausgangssituation für die Auslosung der EM-Qualifikation sichern - und für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen. Ob das geklappt hat? Unser Netzschau kennt die Antwort.

Im Vergleich zum Freundschaftsspiel am Donnerstag griff Bundestrainer Jogi Löw bei der Aufstellung auch wieder auf erfahrene Kräfte wie Mats Hummels und Toni Kross zurück. Im Angriff sollten allerdings wieder die jungen Wilden für Wirbel sorgen: Timo Werner, Serge Gnabry und Leroy Sané begannen, Thomas Müller musste zunächst auf der Bank Platz nehmen und dort auf seinen 100. Länderspieleinsatz warten.

Manch einen verwunderte die scheinbare neue Stammplatzgarantie für Leroy Sané, den Löw im Sommer bei der Weltmeisterschaft in Russland noch zuhause gelassen hatten:

Bei der Aufstellung gab es kleine Veränderungen, die Atmosphäre auf den Rängen war auf Schalke aber eine ähnliche wie ein paar Tage zuvor in Leipzig: halbleere Ränge und keine Stimmung. Selbst ein Vergleich mit Kreisligaspielen verbot sich da:

Teilweise war es so ruhig, dass Studenten ihre Lern- und Schreibphasen wohl im Stadion bei Länderspielen abhalten werden. In den meisten Arenen ist aber auch mehr Platz als in den Uni-Bibliotheken.

Sportlich knüpfte die Nationalelf an die erste Halbzeit vom Russlandspiel an. Der Gastgeber hatte das Spiel im Griff, stellte die Niederländer immer wieder vor Probleme und bereits in der neunten Minute sorgte Werne für die verdiente Führung der Deutschen. Und was kommt seit zwölf Jahren nach einem Tor der Deutschen bei einem Heimspiel? Oliver Pochers „Schwarz und Weiß", richtig? Falsch! Die „Runderneurung" beim DFB macht auch nicht vor der Torhymne halt. Neuerdings erklingen nun Marks Forsters „Chöre". Ob das wirklich besser ist?

In der 20. Minute legte Sané den zweiten Treffer nach und sorgte für eine beruhigende Führung. Und für den zweiten Chorgesang an diesem Abend. Nein, das ist nicht wirklich besser.

Der neue deutsche Angriff hingegen schon: Werner, Gnabry und Sané sind schnell, torhungrig und verspielt - im positiven Sinne.

Alles sah nach einem versöhnlichen Jahresabschluss aus, blöd nur - zumindest aus deutscher Sicht - dass so ein Spiel nicht nur 80 Minuten dauert. Zum Ende der Partie legten die Niederländer noch einmal zu, die Konzentration der DFB-Kicker nahm ab und so erzielten die Gäste innerhalb von sechs Minuten durch Quincy Promes und Virgil van Dijk zwei Treffer - Ausgleich, Abpfiff, Gruppensieg für die Elftal. Aber wo waren die eigentlich im Sommer?

Zusammengfasst sah die Partie wie folgt aus:

Was bleiben nun nach diesem Spiel für Erkenntnisse zurück?

1. Die Mischung macht's:

2. Die nächste Länderspielpause ist erst wieder im März

Achja: Thomas Müller wurde in der 63. Minute eingewechselt und kam somit zu seinem 100. Länderspieleinsatz.

Damit schließt sich der WM-Torschützenkönig von 2010 und der Weltmeister von 2014 13 weiteren Spielern an, die das vollbracht haben. Ob er allerdings Rekordnationalspieler Lothar Matthäus noch einholen kann? Der ist Müller noch 50 Spiele voraus.

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